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Stand 14. Febr. 2001

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Eine Klappe aus Edelstahl öffnet künftig den Zugang zur Gruft

In der Krypta von St. Cäcilia ruhen Mitglieder der Grafenfamilie Schönborn / Ein Nachfahre gestaltet den Eingang neu
Von Nadja Henselin

Pfarrgemeinderat und Kirchenmitglieder haben es empfohlen, der Verwaltungsrat hat es nun auch beschlossen: Die Krypta in der St. Cäcilia-Kirche soll einen Zugang aus Edelstahl bekommen und somit leichter begehbar gemacht werden. Schon bald kann dann jeder die Gräber der Schönborns aus der Nähe besehen.


HEUSENSTAMM. Jahrzehntelang war die Krypta von St. Cäcilia verschlossen gewesen. Erst vor drei Jahren waren im Zuge der Renovierung der Barockkirche auch die Treppe und der Gang in das Gewölbe unter dem Altarraum wieder begehbar gemacht worden. Besucher haben sich seitdem dennoch selten in die Grabkammer der Grafen von Schönborn verirrt, denn eine unschöne und vor allem unhandliche Holzplatte verschließt bisher den Zugang. Das soll nun anders werden. "Wir wollen die Krypta soweit wie möglich in ihrem ursprünglichen Zustand erhalten und zur Besichtigung freigeben", sagt der Vorsitzende des Verwaltungsrats Herbert Margraf. Schließlich sei sie wichtiger Bestandteil der Kirche. Maria Theresia von Schönborn ließ St. Cäcilia als letzte Ruhestätte für die Schönborn 1739 bis 1744 bauen. Drei Künstler hatten sich mit ihrem Entwurf um die Gestaltung des Zugangs beworben. Der Mainzer Kunsthandwerker Hermann Gradinger hatte mit seiner Metallplatte für 15000 Mark die kostengünstigste Idee. Auch ein Modell aus Plexiglas für 50000 Mark war im Gespräch. Den Zuschlag erhielt der Münchner Künstler Philipp Schönborn, Nachfahre aus einer Nebenlinie der Grafenfamilie. Seine Klappe aus matt geschliffenem Edelstahl ist eine Art Lochblech, dessen Löcher den Namen Schönborn und ein Kreuz ergeben. In einer Meinungsumfrage Ende vergangenen Jahres hatten sich bereits 85 Prozent der Gemeindemitglieder für Schönborns Idee ausgesprochen.
37000 Mark wird die Umsetzung des Entwurfs kosten. Das Geld dafür soll vom Förderverein St. Cäcilia kommen. Die Gemeinde hat außerdem einen Antrag auf Unterstützung an die Schönborn-Stiftung gestellt, die das Familienerbe verwaltet. "Wir hoffen, dass die Schönborns eine mittelalterliche Tradition fortsetzen und sich an der Unterhaltung ihrer Grabkammer beteiligen", erklärt Margraf. Woher auch immer das Geld kommt, Baubeginn ist in wenigen Wochen. Schon zum Ende des Frühjahrs soll der Zugang fertig gestellt sein. Lohnen wird sich ein Blick in das niedrige Gewölbe allemal. Nach der Einweihung der von Architekt Balthasar Neumann gebauten Kirche bekamen schließlich neun Mitglieder der Familie Schönborn hier ihre letzte Ruhestätte. Heute noch sind in der Gruft die Gräber von Maria Theresias Mann Anselm Franz von Schönborn, Buchheim und Wolfstal (1681 bis 1726), seiner Söhne Franz Ludwig Anton von Schönborn (1719 bis 1728) und Hugo Philipp Friedrich Carl von Schönborn (1721 bis 1734), Johann Erwin von Schönborn (1654 bis 1705), seinem Sohn Philipp Anton von Schönborn (geboren und gestorben 1679), seiner Frau Maria Anna von Schönborn und Bassenheim (gestorben 1702), Melchior Friedrich von Schönborn (1643 bis 1717) und seiner Frau Sophia von Schönborn (1651 bis 1726). Die Erbauern Maria Theresia selbst liegt nicht in Heusenstamm begraben. Sie starb 1751 in Wien und wurde dort beerdigt.


Foto: Oliver Weiner

Die Grabkammer tut sich auf. Verwaltungsratsvorsitzender Herbert Margraf will mehr Besucher in die Krypta der Heusenstammer Barockkirche St. Cäcilia locken.

Mitteilung vom:
erschienen in:

14.02.2001
Frankfurter Rundschau


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