Moment mal ...
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Ein Anruf bei Anton Sauer (54), seit kurzem
Pfarrer der Gemeinde St. Cäcilia in Heusenstamm. Hier kann am 8./9. November kein
Pfarrgemeinderat (PGR) gewählt werden, weil nicht genügend Kandidaten zur Verfügung
stehen. |
| Frage: |
Sie haben vor wenigen Wochen
Ihre Stelle in der Gemeinde St. Cäcilia angetreten. Und gleich am Anfang sind Sie damit
konfrontiert, dass nicht genügend Menschen bereit sind, für den Pfarrgemeinderat zu
kandidieren. Wie erleben Sie diese Situation? Glauben Sie, dass die Entwicklung etwas mit
dem Pfarrerwechsel zu tun hat? |
| Sauer: |
Ich finde es schade, dass die
PGR-Wahl nicht zustande kommen kann, aber ich habe auch viel Verständnis dafür. Es
hängt gewiss auch mit dem Pfarrerwechsel zusammen, aber der hat ja eine Vorgeschichte. In
den letzten zwölf Jahren hat es in St. Cäcilia vier Pfarrerwechsel gegeben mit recht
langen Vakanzen dazwischen. Jeder Wechsel hatte seine eigene Geschichte. Da blieben auch
Enttäuschungen, Verletzungen und unerfüllte Erwartungen zurück. So ist es klar, dass
man sich zuerst einmal abwartend verhält, ob der neue Pfarrer auch ein verlässlicher
Partner sein wird. Der bisherige PGR hat in einer schwierigen Zeit gute Arbeit geleistet.
So verstehe ich gut, dass ein Teil der Mitglieder jetzt einmal eine Pause einlegen möchte
und nicht kandidiert. |
| Frage: |
Wie viele Mitglieder sollte der
neue PGR denn haben? Wäre es nicht möglich gewesen, die Zahl der Direktmandate zu
verringern, um eine Wahl durchführen zu können? |
| Sauer: |
Der PGR von St. Cäcilia hatte
beschlossen, zehn Mitglieder in den neuen PGR wählen zu lassen. Das hätte 15 Kandidaten
erfordert. Elf ließen sich finden. Eine Wahl wäre möglich gewesen, wenn man die Zahl
der Direktmandate auf sechs oder sieben beschränkt hätte. St. Cäcilia ist eine
lebendige Gemeinde mit vielen Gruppierungen und Aktivitäten, die im PGR gebündelt werden
wollen. Da wäre ein Gremium von sechs oder sieben Personen zu klein. Damit sich die
Arbeit auf möglichst viele Schultern verteilt, müssen wir die höchstmögliche Anzahl
von Mitgliedern ausschöpfen. Nur dann wären auch alle elf Kandidaten bereit, ihre
Kandidatur aufrecht zu erhalten. |
| Frage: |
Was wären die Konsequenzen,
wenn in der Pfarrgemeinde kein Pfarrgemeinderat zustande käme? Immerhin wählt das
Gremium ja auch den Verwaltungsrat. |
| Sauer: |
Laut Statuten bleiben ja die
Räte bis zum Nachwahltermin im Februar im Amt. Dann wird man weitersehen. |
| Frage: |
Was haben Sie und der
Wahlvorstand vor zu unternehmen, damit im Februar eine Wahl stattfinden kann? |
| Sauer: |
Wir glauben, dass in der
Zwischenzeit ein Stück Vertrauen in das neue Pastoralteam wachsen kann, das eine
Kandidatensuche erleichtert. Wir werden in dieser Zeit noch einmal intensiv um Kandidaten
werben. |
| Frage: |
Ganz allgemein: Was, glauben
Sie, kann dazu beitragen, Lust auf PGR-Arbeit zu machen und diese auch in den vier Jahren
einer Amtsperiode zu erhalten? |
| Sauer: |
Die Lust auf PGR-Arbeit kann
nur erhalten bleiben oder wachsen, wenn die PGR-Mitglieder in Eigenverantwortung ihre
Arbeit tun können und von den Hauptamtlichen begleitet und ermutigt werden. Außerdem ist
es wichtig, dass eine Gemeinde die Tätigkeit eines PGR überhaupt wahrnimmt und
wertschätzt. Manche Pfarrgemeinderäte haben das ungute Gefühl, sie werden gewählt und
dann im Regen stehen gelassen. Das Bewusstsein, mit den Hauptamtlichen
Leitungsverantwortung zu teilen und wahrnehmen zu können und pastorale wie spirituelle
Akzente setzen zu können, mag die Lust auf die PGR Arbeit erhöhen. |
Anruf: Maria Weißenberger
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Mitteilung vom:
erschienen in: |
08.11.2003
Glaube und Leben |
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