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Stand 08. Nov. 2003

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Moment mal ...

Foto: privat

Ein Anruf bei Anton Sauer (54), seit kurzem Pfarrer der Gemeinde St. Cäcilia in Heusenstamm. Hier kann am 8./9. November kein Pfarrgemeinderat (PGR) gewählt werden, weil nicht genügend Kandidaten zur Verfügung stehen.
 
Frage: Sie haben vor wenigen Wochen Ihre Stelle in der Gemeinde St. Cäcilia angetreten. Und gleich am Anfang sind Sie damit konfrontiert, dass nicht genügend Menschen bereit sind, für den Pfarrgemeinderat zu kandidieren. Wie erleben Sie diese Situation? Glauben Sie, dass die Entwicklung etwas mit dem Pfarrerwechsel zu tun hat?
Sauer: Ich finde es schade, dass die PGR-Wahl nicht zustande kommen kann, aber ich habe auch viel Verständnis dafür. Es hängt gewiss auch mit dem Pfarrerwechsel zusammen, aber der hat ja eine Vorgeschichte. In den letzten zwölf Jahren hat es in St. Cäcilia vier Pfarrerwechsel gegeben mit recht langen Vakanzen dazwischen. Jeder Wechsel hatte seine eigene Geschichte. Da blieben auch Enttäuschungen, Verletzungen und unerfüllte Erwartungen zurück. So ist es klar, dass man sich zuerst einmal abwartend verhält, ob der neue Pfarrer auch ein verlässlicher Partner sein wird. Der bisherige PGR hat in einer schwierigen Zeit gute Arbeit geleistet. So verstehe ich gut, dass ein Teil der Mitglieder jetzt einmal eine Pause einlegen möchte und nicht kandidiert.
Frage: Wie viele Mitglieder sollte der neue PGR denn haben? Wäre es nicht möglich gewesen, die Zahl der Direktmandate zu verringern, um eine Wahl durchführen zu können?
Sauer: Der PGR von St. Cäcilia hatte beschlossen, zehn Mitglieder in den neuen PGR wählen zu lassen. Das hätte 15 Kandidaten erfordert. Elf ließen sich finden. Eine Wahl wäre möglich gewesen, wenn man die Zahl der Direktmandate auf sechs oder sieben beschränkt hätte. St. Cäcilia ist eine lebendige Gemeinde mit vielen Gruppierungen und Aktivitäten, die im PGR gebündelt werden wollen. Da wäre ein Gremium von sechs oder sieben Personen zu klein. Damit sich die Arbeit auf möglichst viele Schultern verteilt, müssen wir die höchstmögliche Anzahl von Mitgliedern ausschöpfen. Nur dann wären auch alle elf Kandidaten bereit, ihre Kandidatur aufrecht zu erhalten.
Frage: Was wären die Konsequenzen, wenn in der Pfarrgemeinde kein Pfarrgemeinderat zustande käme? Immerhin wählt das Gremium ja auch den Verwaltungsrat.
Sauer: Laut Statuten bleiben ja die Räte bis zum Nachwahltermin im Februar im Amt. Dann wird man weitersehen.
Frage: Was haben Sie und der Wahlvorstand vor zu unternehmen, damit im Februar eine Wahl stattfinden kann?
Sauer: Wir glauben, dass in der Zwischenzeit ein Stück Vertrauen in das neue Pastoralteam wachsen kann, das eine Kandidatensuche erleichtert. Wir werden in dieser Zeit noch einmal intensiv um Kandidaten werben.
Frage: Ganz allgemein: Was, glauben Sie, kann dazu beitragen, Lust auf PGR-Arbeit zu machen und diese auch in den vier Jahren einer Amtsperiode zu erhalten?
Sauer: Die Lust auf PGR-Arbeit kann nur erhalten bleiben oder wachsen, wenn die PGR-Mitglieder in Eigenverantwortung ihre Arbeit tun können und von den Hauptamtlichen begleitet und ermutigt werden. Außerdem ist es wichtig, dass eine Gemeinde die Tätigkeit eines PGR überhaupt wahrnimmt und wertschätzt. Manche Pfarrgemeinderäte haben das ungute Gefühl, sie werden gewählt und dann “im Regen stehen gelassen”. Das Bewusstsein, mit den Hauptamtlichen Leitungsverantwortung zu teilen und wahrnehmen zu können und pastorale wie spirituelle Akzente setzen zu können, mag die Lust auf die PGR­ Arbeit erhöhen.

Anruf: Maria Weißenberger

Mitteilung vom:
erschienen in:

08.11.2003
Glaube und Leben

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