Heusenstamm (schu) Im Rahmen der Benefizkonzerte für die Balthasar-Neumann-Pfarrkirche
St. Cäcilia hatte der Förderverein den Regionalkantor und Seligenstädter Organisten
Thomas Gabriel eingeladen. Gemeinsam mit dem Saxophonisten und Flötisten Dirko Juchem
gestaltete er Improvisationen zu geistlichen Texten, gelesen von Christian Müth. Mit
einem Solo des Sopran-Saxophons begann die Meditation über das Spiritual "Nobody
knows the trouble I've seen", das in deutscher Übersetzung vorgetragen wurde.
In den Psalmen Davids wird außer dem Saitenspiel ausdrücklich das Flötenspiel erwähnt.
Den Psalm 130 ("Aus der Tiefe rufe ich...") begleitete Juchem mit der
Bassflöte. Auch zu Psalm 22, später Jesu' Todesgebet ("Mein Gott, warum hast du
mich verlassen?", passte der dunkle Klang der Flö te, während sie bei Psalm 23
("Der Herr ist mein Hirte") die pastorale Stimmung beschwor.
Juchem ließ behutsame Klangexperimente hören, die teilweise von der Orgel übernommen
wurden. Überraschend und doch überzeugend war die Kombination von Joachim Neanders
barockem tänzerischen Lied "Lobet den Herrn" mit den Klängen des Saxophons.
Und auch das barocke, heute in einer Melodie des 19. Jahrhunderts überlieferte Lied
"Schönster Herr Jesu" erfuhr eine eindrucksvolle Metamorphose in der
fruchtbaren Improvisation von Orgel und Saxophon. Der nicht-professionelle, jedoch
deutlich artikulierende Sprecher und die professionellen Künstler waren gleicherma8en mit
Ernst und Hingabe bei der Sache. So war die Hörgemeinde in St. Cäcilia Zeugin einer
konzentrierten Meditation vom Leiden über das Gotteslob bis zum Trostpsalm.
Mitteilung vom:
erschienen in: |
08.11.2000
Offenbach Post |
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