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Stand 29. Nov. 2000

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Außerordentlich festliches Konzert zum Jubiläum

Cäcilia-Kirchenchor beschenkte sich und Gäste mit Bach und Vivaldi


Heusenstamm (schu) “Wir danken dir, Gott, wir danken dir und verkündigen deine Wunder” - kann ein 11O-jähriges Chorjubiläum mit passenderen Worten gefeiert werden? Reiner Malkmus und sein katholischer Kirchenchor St. Cäcilia hatten mit Bachs Kantate BWV 29, die 1731 und später noch mehrere Male beim Leipziger Ratswahlgottesdienst aufgeführt wurde, als Schlussstück für ihr Jubiläumskonzert eine vorzügliche Wahl getroffen.
Mit einem außerordentlich festlichen Einleitungssatz für Streicher, Oboen, Trompeten und Pauken und konzertieren der Orgel beginnt die Kantate, kaum noch als Umarbeitung des Präludiums der E-Dur-Suite für Violinen. Der Choral “Sei Lob und Preis mit Ehren" beschließt die Kantate.
Anrührend war nicht nur das festliche Gepräge, sondern auch der ökumenische Geist, der mit der Wahl dieser Bachkantate zum Ausdruck kam. Aufmerksam und überzeugend folgte der Chor dem sicheren, ruhigen Dirigat von Reiner Malkmus. Er feierte sein 25-jähriges Jubiläum als Dirigent des Kirchenchors. So, wie sich der Chor präsentierte, kann Malkmus stolz auf seine Erziehungsarbeit sein. Sicherheit der Einsätze, Sauberkeit und Textverständlichkeit ließen kaum etwas zu wünschen übrig. Mit drei Sätze der Qrchestersuite D-Dur BWV 1068 hatte das Festkonzert begonnen. Das Kammerensemble Frankfurt-Darmstadt spielte mit strahlendem Trompetenklang, ohne in der Ouvertüre durch doppelte Punktierung auf den französischen Geschmack einzugehen, der diesen Suiten zugrunde liegt.
Von Vivaldi erklangen das Magnificat und das Gloria D-Dur, beide in strengem Kirchenlatein und nicht, wie es bei dem italienischen Meister eigentlich nahe gelegen hätte, in italienischer Aussprache. Der Chor war voll bei der Sache. Die beiden Vokalwerke mit ihrem Wechsel zwischen Tutti, Rezitativ und Solo-Arien erklangen auch mit sparsamen dynamischen Abstufungen strahlend und festlich.
Von wenigen Stellen abgesehen, an denen der Mezzosopran sich nicht durchsetzen konnte - so im Pastoralsatz des Gloria -‚ waren die Solistinnen Christine Bechtel (Sopran) und Yvonne Hetteger (Mezzosopran) mit leichten und beweglichen Barockstimmen vortreffliche, zurückhaltend gestaltende Partnerinnen. Teils an einem Orgelpositiv, teils an der großen Orgel erwies sich Hubert Sassen als zuverlässiger Begleiter. Das Publikum in der bis zum letzten Platz gefüllten Kirche feierte die Jubilare mit begeistertem Beifall.
 

Mitteilung vom:
erschienen in:

28.11.2000
Offenbach Post


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