Neujahrskonzert bald Tradition?
|
TSV-Blasorchester mit anspruchsvollen Werken
|
Heusenstamm (schu).
Gemessen und feierlich begrüßte der TSV-Musikzug in der Pfarrkirche St. Cäcilia das
neue Jahr. Seit langer Zeit das erste Neujahrskonzert, könnte es unter dem neuen
Dirigenten Thomas Uhl zur Tradition werden.
Dieser Hoffnung verlieh der Vorsitzende des Fördervereins Balthasar-Neumann-Kirche,
Herbert Margraf, in seinen Begrüßungsworten Ausdruck. Die gefüllten Reihen zeigten,
dass ein solches Angebot in Heusenstamm gern angenommen wird. Als Benefizkonzert zugunsten
der Kirchenrenovierung, wobei derzeit die Krypta und die Umgestaltung des Kirchumgangs
aktuell sind, diente es zudem einem guten Zweck.
Auf dem Programm standen vor allem Bearbeitungen bekannter und beliebter Werke,
Originalkompositionen waren indes das Eingangsstück Humanos des
niederländischen Komponisten Jan van der Roost und eine ebenfalls zeitgenössische von
Robert W. Smith. Bei der Hymne van Roosts - einer Auftragsarbeit der Internationalen
Gesellschaft für Menschenrechte in Frankfurt - leitet ein feierlicher Marsch der
Blechbläser das sangliche Tutti-Legato ein.
Origineller und zum Neujahrswetter passend schien In a gentle Rain, in dem die
Regentropfen klangmalerisch durch Fingerschnipsen angedeutet wurden. Hier konnten sich
Flöten und Solo-Saxofon angenehm profilieren.
Unter den Arrangements eigneten sich gut für Blasorchester Bruckners vielstimmige Motette
"Ecce Sacordos magnus", die an Hochfesten zum Einzug von Bischöfen und Äbten
diente, und Bachs Choralsatz "Wachet auf, ruft uns die Stimme" aus Kantate Nr.
140. Die Bearbeitung von Alfred Reed sah einen lebendigen Wechsel von Klanggruppen vor.
Leider hinkten die Blech-Bässe den beweglicheren Holzbläsern oft hinterher.
Auch die Pavane von Gabriel Fauré war für Saxofonquartett klanglich passend bearbeitet
und wurde ansprechend wiedergegeben. Der berühmte Pachelbel-Kanon lässt sich offenbar in
allen erdenklichen Klangfarben interpretieren. Ob das Ostinato-Stück, das im Original in
virtuose Figurierungen und Variationen mündet, bei einem Blasorchester in den besten
Händen ist, darüber lässt sich aber streiten.
Der Weihnachtszeit wurde mit dem englischen Weihnachtslied "Away in a manger"
gedacht. Für das zarte und muntere Wiegenlied war der tiefe Blechklang jedoch zu kompakt
und behäbig. Wenig glücklich für Blasorchester wirkten auch die beiden Werke von
Händel. Das B-Dur-Orgelkonzert op. 4/2 war dynamisch zu wenig flexibel und trotz der
Klanggruppenwechsel zu sehr von den Bässen dominiert. Man vermisste den strahlenden
Barockklang. Mit heller Registrierung in den Solopartien konzertierte Arnold Senn als
Solist an der Orgel.
Auch die zum Schluss gespielte Feuerwerksmusik von Händel bekam im Schlagzeug bewehrten
Bäser-Tutti mehr Erdenschwere, als es diese glanzvolle und tänzerische Festmusik
verdient, zumal die Tempi erheblich hinter dem Gewohnten zurück blieben. Doch bildete sie
den würdigen Schluss für ein feierlich besinnliches Jahresanfangs-Konzert. Neben den
bläserischen Leistungen in den durchweg anspruchsvollen Werken muss das erfreulich
ausführliche Programm hervorgehoben werden.
|

|
Foto: Michael
|
Dirigent Thomas Uhl (rechts) und
das TSV-Blasorchester nahmen mit Freude den Beifall des Publikums beim Neujahrskonzert in
St. Cäcilia entgegen. Die Musiker präsentierten ein anspruchsvolles Programm, an dessen
Ende Händels "Feuerwerksmusik" stand.
|
Mitteilung vom:
erschienen in: |
03.01.2001
Offenbach Post |
zurück zum Presseüberblick
|
|