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Stand 09. Mai. 2001

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Schuld war wohl ein offener Wasserhahn

Noch unklar ist, wer die Kosten der Krypta-Flutung trägt

Heusenstamm (jm) Die Ursache für den Wasserschaden, der zur Flutung der Krypta der Pfarrkirche St. Cäcilia in Heusenstamm geführt hatte (die OFFENBACH-POST berichtete), ist gefunden. Jetzt geht's darum, wer für den Schaden aufkommt.


Ein geöffneter Wasserhahn hat den Schlauch wohl schon vor einigen Tagen zum Platzen gebracht. Der Hahn war vermutlich nach einer turnusgemäßen Wartung der Heizungsanlage nicht verschlossen worden. "Da der Raum selten betreten wird, fiel das nicht auf", erklärt Herbert Margraf, Vorsitzender des Fördervereins St. Cäcilia. Die Flutung entdeckt hatte am Montagmorgen Küsterin Ursula Kestawitz, die in den Keller hinabgestiegen war. Zu diesem Zeitpunkt waren nach Schätzungen der Freiwilligen Feuerwehr Heusenstamm bereits rund 10 000 Liter Wasser ausgeflossen.
1,50 Meter hoch standen die nassen Massen im Heizungsraum, im Tankraum "nur" einen halben Meter. Durch einen unterirdischen Verbindungsschacht war das Wasser auch in die Krypta gelaufen und hatte diese 50 Zentimeter hoch geflutet. Am Montag war die Feuerwehr laut ihrem stellvertretenden Wehrführer Frank Herd sieben Stunden im Einsatz, gestern nochmal vier. Erneut hatte sich zehn Zentimeter hoch Wasser in der Krypta angestaut. Noch immer vollgesogen sind die Sandsteinmauern des Gewölbes und die Sarkophage, in die Löcher gebohrt worden waren, damit das Wasser ablief.
Für gestern Nachmittag bestellte die Stadt Heusenstamm für die Pfarrgemeinde eine Firma, die die Krypta mit speziellem Gerät von Feuchtigkeit befreien soll. "In 14 Tagen wird die Krypta wohl wieder völlig trocken sein", schätzt Heinz Scherer, Hauptamtschef der Stadt.
Dass die Stadtverwaltung überhaupt aktiv wurde, hat einen historischen Hintergrund: 1806 wurde vertraglich vereinbart, dass die Rechte und Pflichten, die zuvor die Grafschaft Schönborn für das Chor der Kirche, den Kirchturm und die Sakristei inne hatte, vom Großherzogtum Hessen-Darmstadt und später von der Stadt übernommen wurden. Federführend für die Betreuung der Kirche ist aber die Pfarrgemeinde. Sie hat zusammen mit dem bischöflichen Ordinariat in Mainz als Rechtsvertreter Kontakt mit der Wartungsfirma zwecks Schadensregulierung aufgenommen. Vertreter der bundesweit Heizungsanlagen in Kirchen betreuenden Firma haben sich für heute angekündigt. Erwartet wird allseits, dass die Firma für den Schaden aufkommt. Wie hoch der sein wird, steht noch nicht fest. Immerhin: "Die Sarkophage werden wohl keine dauerhaften Schäden davontragen", glaubt Herbert Margraf.
Wenn die Trockenfirma die Feuchtigkeit eingedämmt hat, soll eine Maler- und Verputzfirma das Mauerwerk des Heizungs- und Tankraums restaurieren. Sind dann die Löcher in den Sarkophagen wieder verschlossen, hätten nicht nur die Toten wieder ihre Ruhe.

Mitteilung vom:
erschienen in:

09.05.2001
Offenbach Post


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