Pressemitteilungen

Stand 09. Mai. 2001

zurück zum Presseüberblick

Alphornfanfaren, Gospels und Psalmmotetten

Kammerchor beweist sein Können beim Benefiz-Konzert

Heusenstamm (schu) Schon die ersten Takte der Bruckner-Motetten zeigten, dass bei der "musicordia" unter Ronald Pelger in den fünf Jahren ihres Bestehens hart gearbeitet worden ist. Im Benefizkonzert für den Förderverein Balthasar Neumann-Kirche St. Cäcilia stellte der aus der Koncordia hervorgegangene Kammerchor mit einem anspruchsvollen Programm seine Präsenz und sein Können unter Beweis.
In Dynamik, Phrasierung und Textverständlichkeit sorgfältigst gestaltet waren nicht nur Bruckners "Locus iste", sondern auch das harmonisch nicht einfache "Ave Maria", bei dem vor allem die Frauenstimmen gefielen. Die erste Gruppe der Chorwerke beschloss der "Aufblick" von Hugo Wolf, eine zweite und dritte umfasste Motetten von Mendelssohn und zwei Sätze aus seinem Oratorium "Elias". Warmen Klang verlieh der Chor dem Lobpreis "Ehre sei dem Vater", majestätischen Glanz der Psalmmotette "Jauchzet dem Herrn alle Welt". Auch dem überirdischen Satz "Denn er hat seinen Engeln befohlen über dir" wurden die Sängerinnen und Sänger mit Geschmack und ohne ins Rührselige abzugleiten, gerecht.
Angesichts des hohen Niveaus, das der Chor bewies, war nicht recht einsichtig, warum, nach den Worten der Moderatorin Gudrun Kahlen, ein "beschwingter Abschluss" durch Gospels folgte. Fromm, aber recht stilfremd. Einige Solistinnen erhielten hierbei die gut gemeisterte Gelegenheit zu virtuosen und kessen Einwürfen, und das Tutti konnte mit rhythmischer Präzision glänzen.
Allerdings bleibt bei aller temperamentvollen Darbietung europäischer Chorstil wohl immer noch meilenweit vom Geist des Gospels entfernt. Eher weniger als Stilbruch empfand man im Konzert die Mitwirkung des Frankfurter Alphorn-Ensembles im Wechsel mit "musicordia". Die vier Musiker passten sich mit ihren fast vier Meter langen Hörnern überraschend gut in die kleine Rokokokirche ein und bliesen teils im Stereoeffekt, teils vorn vom Chor aus alpenländische Weisen.
Die ursprünglich nur als Signalinstrumente von Hirten gebrauchten Mammuts verfügen nur über einen kleinen Naturton-Vorrat. Um so erstaunlicher ist die klangliche Sauberkeit in Solo und Zusammenspiel, die von den Alphorn-Spezialisten weitgehend erreicht wird. Die volkstümlichen, teils choralhaften Stücke waren jedenfalls genussvoll anzuhören. Das begeisterte Publikum entließ "musicordia" nicht ohne Zugabe, die von einer Alphorn-Fanfare eingeleitet wurde.


Foto: Knöfler

Erstaunlich sauber erklangen die Alphornfanfaren beim Benefiz-Konzert in der Pfarrkirche St. Cäcilia.

Mitteilung vom:
erschienen in:

09.05.2001
Offenbach Post


zurück zum Presseüberblick