Alphornfanfaren,
Gospels und Psalmmotetten
Kammerchor beweist sein Können beim Benefiz-Konzert |
Heusenstamm (schu) Schon die ersten Takte der Bruckner-Motetten zeigten, dass bei der
"musicordia" unter Ronald Pelger in den fünf Jahren ihres Bestehens hart
gearbeitet worden ist. Im Benefizkonzert für den Förderverein Balthasar Neumann-Kirche
St. Cäcilia stellte der aus der Koncordia hervorgegangene Kammerchor mit einem
anspruchsvollen Programm seine Präsenz und sein Können unter Beweis.
In Dynamik, Phrasierung und Textverständlichkeit sorgfältigst gestaltet waren nicht nur
Bruckners "Locus iste", sondern auch das harmonisch nicht einfache "Ave
Maria", bei dem vor allem die Frauenstimmen gefielen. Die erste Gruppe der Chorwerke
beschloss der "Aufblick" von Hugo Wolf, eine zweite und dritte umfasste Motetten
von Mendelssohn und zwei Sätze aus seinem Oratorium "Elias". Warmen Klang
verlieh der Chor dem Lobpreis "Ehre sei dem Vater", majestätischen Glanz der
Psalmmotette "Jauchzet dem Herrn alle Welt". Auch dem überirdischen Satz
"Denn er hat seinen Engeln befohlen über dir" wurden die Sängerinnen und
Sänger mit Geschmack und ohne ins Rührselige abzugleiten, gerecht.
Angesichts des hohen Niveaus, das der Chor bewies, war nicht recht einsichtig, warum, nach
den Worten der Moderatorin Gudrun Kahlen, ein "beschwingter Abschluss" durch
Gospels folgte. Fromm, aber recht stilfremd. Einige Solistinnen erhielten hierbei die gut
gemeisterte Gelegenheit zu virtuosen und kessen Einwürfen, und das Tutti konnte mit
rhythmischer Präzision glänzen.
Allerdings bleibt bei aller temperamentvollen Darbietung europäischer Chorstil wohl immer
noch meilenweit vom Geist des Gospels entfernt. Eher weniger als Stilbruch empfand man im
Konzert die Mitwirkung des Frankfurter Alphorn-Ensembles im Wechsel mit
"musicordia". Die vier Musiker passten sich mit ihren fast vier Meter langen
Hörnern überraschend gut in die kleine Rokokokirche ein und bliesen teils im
Stereoeffekt, teils vorn vom Chor aus alpenländische Weisen.
Die ursprünglich nur als Signalinstrumente von Hirten gebrauchten Mammuts verfügen nur
über einen kleinen Naturton-Vorrat. Um so erstaunlicher ist die klangliche Sauberkeit in
Solo und Zusammenspiel, die von den Alphorn-Spezialisten weitgehend erreicht wird. Die
volkstümlichen, teils choralhaften Stücke waren jedenfalls genussvoll anzuhören. Das
begeisterte Publikum entließ "musicordia" nicht ohne Zugabe, die von einer
Alphorn-Fanfare eingeleitet wurde.
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Foto: Knöfler
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| Erstaunlich sauber
erklangen die Alphornfanfaren beim Benefiz-Konzert in der Pfarrkirche St. Cäcilia. |
Mitteilung vom:
erschienen in: |
09.05.2001
Offenbach Post |
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