Heusenstamm (op) - Echte Berliner Luft geschnuppert hat der Kirchenchor St. Cäcilia bei
seinem fünftägigen Jahresausflug. Mit zwei Bussen ging's zunächst nach Leipzig, wo die
Chormitglieder einen Eindruck von der Musikstadt gewannen, die durch das
Gewandhaus-Orchester, den Thomanerchor und nicht zuletzt durch Johann Sebastian Bach
Weltruhm genießt. Dann ging's weiter nach Berlin.
Vom Hotel aus machten einige Unternehmungslustige schnell Bekanntschaft mit der
"Berliner Schnauze". In der nahe gelegenen Laubenkolonie - Inbegriff der
kleinbürgerlichen Berliner Freiheit - wurden die Chorsänger herzlich von den
Einheimischen begrüßt und über die früheren und heutigen politischen Verhältnisse
aufgeklärt. Zum Dank gab's natürlich eine kleine Gesangs-Kostprobe.
Die nächsten Tage waren ausgefüllt mit den vielen Sehenswürdigkeiten und Baudenkmälern
Berlins, wobei die Stadtführerin nicht nur Informationen über die Geschichte und
Besonderheiten parat hatte, sondern auch über Berliner Wortschöpfungen aufklärte - zum
Beispiel den "Turnschuhpalast" des Außenministers Joschka Fischer oder die
"schwangere Auster", dem Opernhaus. Beim Besuch des Deutschen Bundestages
erfuhren die Cäcilianer nicht nur viel über die Geschichte des Reichstagsgebäudes,
sondern bekamen auch Einblick in die Arbeit der Abgeordneten. Eine neue Perspektive auf
die historischen und neu erbauten Gebäude in Ost und West wie auch auf die Berliner
Baustellen ergab sich dank einer Schiffahrt auf der Spree.
Auch hatten die Chormitglieder Gelegenheit zum Besuch des berühmten Wintergarten
Varietes, in dem Max Raabe und sein Palastorchester auftraten. Ein besonderer Höhepunkt
war ein ganztätiger Ausflug in den Spreewald, wo sich die Teilnehmer auf die typischen
flachen Boote verteilten und durch die idyllische Wasser- und Waldlandschaft
"gestaakt" wurden - bei der Hitze ein feucht-fröhliches Vergnügen.
Die Sängerinnen und Sänger ließen es sich auch nicht nehmen, bei der Besichtigung der
schönen Kirche in Lübbenau am Spreewald den Chorsatz "Locus iste" anzustimmen.
Angefüllt mit Spezialitäten führen die kurzfristig in "Gurken-Express"
umgetauften Busse wieder zurück nach Berlin. Bevor es dann endgültig wieder nach Hause
ging, stand auf dem Rückweg noch die Stadt Potsdam und die Besichtigung von Neuem Schloss
und Schloss Sanssouci auf dem Programm.
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