Hauptsach', Himmelskron hat's nicht
Karnevalistische Sitzung im Pfarrheim:
"Heusenstamm baggert, Cäcilia gaggert" - tierisch was los auf der
Großbaustelle |
Heusenstamm (M.)
Bis auf die einsame Närrin in weißem T-Shirt mit Fotos von Willem und Maximá
auf der Brust und orangefarbener Kappe über der Frisur huldigte auf Heusenstamms
Großbaustelle alles "Queen Mum", dem "Thronfolger" sowie dem
schlossstädtischen Regenten. An die "Betreten verboten"-Schilder hielt sich am
Samstag im Pfarrheim niemand, Eltern hafteten sich an ihre Kinder und feierten in der
Unnergass Cäcilianer-Fastnacht. Und dank Rieslingspatzen, einer dicken Kirchenmaus,
Huhn und Bienchen war tierisch was los!
Die Umleitungsschilder führten schnurstracks auf den Bauwagen zu, der elf behelmten
Weinfreunden als Schutzwall diente. Davor tobten die Pop-Sternchen "No Angels"
neben himmlischen "Parre Boys" alias "Die Scheinheiligen« im schwarzen
Talar. Das Trio Christoph Heberer, Markus Funk, Hendryk van Eck jammerten zur Melodie
"Tränen lügen nicht" über einen fehlenden Supermarkt in der Ortsmitte, über
den bröckelnden Verputz am Torbau und die Kreisel. Die bekannte Musik, eine
leichtfüßige Choreographie sowie witzige Texte rissen die Zuhörer von den Sitzen.
Jedoch, "Hauptsach is - Himmelskron hats nicht", Mit dieser
schlichten Stichelei gelang Unterhaltung vom Feinsten. Das gelang auch dem Jugendballett,
Mädchen mit Tirolerhut, Bergsteigerstiefeln und Lederhosen, die zu Ballermann-Stimmung
fesch und flott die Dirndl lupften.
Junge Damen mit Plastikhüten und Regenschirmen freuten sich ebenso diebisch, dass es
diesmal Männer regnet: "lts Raining Men", lautet der Hit. Das Lied von
der "Biene Maja" ist auch einer, vor allem wenn das Männerballett zur
aufgepeppten Version mit dünnen Flügen schlägt, mit seinen spitzen Stacheln droht. Mit
Stichelein sparten die Blumendamen auch nicht. In seiner Architektur spiegle der neue
Anbau wohl die "Vielfalt im Pfarrverband" - zum Pfarrhaus in der Schlossstraße
passten die Räume nämlich nicht. Beim Bau zeigten sie die vielseitigen Talente, die im
Pfarrer Knedelhans verborgen lagen: Arbeit mit Schippe und Schubkarre übernahm er, sogar
Tanzschritte und Tasteninstrumente beherrsche er. Seine Kreativität stellte der
Seelsorger im schwarzen Saturn-Sweat-Shirt vor: In vielen Straßennamen entdeckte er
prominente Mitbewohner wie den früheren Pfarrer Ludwig.
Für den rührigen Pater Otto Amberger nahm der Pfarrer gar eine Namensänderung der
Straße Am Goldberg vor. In gestrenger Reimform, rhetorisch versiert und mit einer ruhigen
Hand klagte "Kirchenmaus" Diakon Wolfgang Habdank über Zeitnot der
Kirchenmänner in der Pfarrei. Selbstredend lieferte er "Predigtschwall zu
Karneval" - mit motivierenden aber auch ermahnenden Ansichten zum Leben eines
Christen. In seiner nicht ganz so versteinert wirkenden Miene fand das Volk Grund zur
Heiterkeit: Dr. Roland Krebs kündigte einen königlichen "Uffstumber" an -
"was gibts Schönres zu verwalten als Frohsinn zu Fastnachtszeiten!" Neben
Prinz Frank I. und Prinzessin Sabine I. gab sich der "Thronfolger" Daniel Fuhr
mit Anzug, kurzen Hosen und Binder die Ehre, zwei Hofnarren sowie "Queen Mum".
Marianne Frank durfte mit Fug und Recht verbreiten, "wo ich steh, ist die
Mitte!"
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Huhn Sabine gackerte gegen Bausetellen |

Ob Lederhosen oder Dirndl: Die "Rieslingspatzen aus
Oberheusenhofen" bestehen zwar nur aus jungen Damen, besetzten jedoch alle beide
Rollen beim flotten Tanz der "Drei Chinesen auf'm Ballermann". |

Königlicher "Uffstumber" |
Foto (3): Michael
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Mitteilung vom:
erschienen in: |
04.02.2002
Offenbach Post |
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