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Stand 04. Febr. 2002

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Hauptsach', Himmelskron hat's nicht
Karnevalistische Sitzung im Pfarrheim: "Heusenstamm baggert, Cäcilia gaggert" - tierisch was los auf der Großbaustelle
Heusenstamm (M.) • Bis auf die einsame Närrin in weißem T-Shirt mit Fotos von Willem und Maximá auf der Brust und orangefarbener Kappe über der Frisur huldigte auf Heusenstamms Großbaustelle alles "Queen Mum", dem "Thronfolger" sowie dem schlossstädtischen Regenten. An die "Betreten verboten"-Schilder hielt sich am Samstag im Pfarrheim niemand, Eltern hafteten sich an ihre Kinder und feierten in der Unnergass‘ Cäcilianer-Fastnacht. Und dank Rieslingspatzen, einer dicken Kirchenmaus, Huhn und Bienchen war tierisch was los!
Die Umleitungsschilder führten schnurstracks auf den Bauwagen zu, der elf behelmten Weinfreunden als Schutzwall diente. Davor tobten die Pop-Sternchen "No Angels" neben himmlischen "Parre Boys" alias "Die Scheinheiligen« im schwarzen Talar. Das Trio Christoph Heberer, Markus Funk, Hendryk van Eck jammerten zur Melodie "Tränen lügen nicht" über einen fehlenden Supermarkt in der Ortsmitte, über den bröckelnden Verputz am Torbau und die Kreisel. Die bekannte Musik, eine leichtfüßige Choreographie sowie witzige Texte rissen die Zuhörer von den Sitzen. Jedoch, "Hauptsach‘ is‘ - Himmelskron hat‘s nicht", Mit dieser schlichten Stichelei gelang Unterhaltung vom Feinsten. Das gelang auch dem Jugendballett, Mädchen mit Tirolerhut, Bergsteigerstiefeln und Lederhosen, die zu Ballermann-Stimmung fesch und flott die Dirndl lupften.
Junge Damen mit Plastikhüten und Regenschirmen freuten sich ebenso diebisch, dass es diesmal Männer regnet: "lt‘s Raining Men", lautet der Hit. Das Lied von der "Biene Maja" ist auch einer, vor allem wenn das Männerballett zur aufgepeppten Version mit dünnen Flügen schlägt, mit seinen spitzen Stacheln droht. Mit Stichelein sparten die Blumendamen auch nicht. In seiner Architektur spiegle der neue Anbau wohl die "Vielfalt im Pfarrverband" - zum Pfarrhaus in der Schlossstraße passten die Räume nämlich nicht. Beim Bau zeigten sie die vielseitigen Talente, die im Pfarrer Knedelhans verborgen lagen: Arbeit mit Schippe und Schubkarre übernahm er, sogar Tanzschritte und Tasteninstrumente beherrsche er. Seine Kreativität stellte der Seelsorger im schwarzen Saturn-Sweat-Shirt vor: In vielen Straßennamen entdeckte er prominente Mitbewohner wie den früheren Pfarrer Ludwig.
Für den rührigen Pater Otto Amberger nahm der Pfarrer gar eine Namensänderung der Straße Am Goldberg vor. In gestrenger Reimform, rhetorisch versiert und mit einer ruhigen Hand klagte "Kirchenmaus" Diakon Wolfgang Habdank über Zeitnot der Kirchenmänner in der Pfarrei. Selbstredend lieferte er "Predigtschwall zu Karneval" - mit motivierenden aber auch ermahnenden Ansichten zum Leben eines Christen. In seiner nicht ganz so versteinert wirkenden Miene fand das Volk Grund zur Heiterkeit: Dr. Roland Krebs kündigte einen königlichen "Uffstumber" an - "was gibt‘s Schönres zu verwalten als Frohsinn zu Fastnachtszeiten!" Neben Prinz Frank I. und Prinzessin Sabine I. gab sich der "Thronfolger" Daniel Fuhr mit Anzug, kurzen Hosen und Binder die Ehre, zwei Hofnarren sowie "Queen Mum". Marianne Frank durfte mit Fug und Recht verbreiten, "wo ich steh‘, ist die Mitte!"

Huhn Sabine gackerte gegen Bausetellen

Ob Lederhosen oder Dirndl: Die "Rieslingspatzen aus Oberheusenhofen" bestehen zwar nur aus jungen Damen, besetzten jedoch alle beide Rollen beim flotten Tanz der "Drei Chinesen auf'm Ballermann".

Königlicher "Uffstumber"


Foto (3): Michael


Mitteilung vom:
erschienen in:

04.02.2002
Offenbach Post


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