Mehr als Hundert hatten Bock auf Barock rund um St. Cäcilia
Balthasar-Neumann-Kirche: Interesse an Bildungsreihe
mit Heiligen Räumen
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Heusenstamm (M.) Mit allen Sinnen ließ sich am Samstagnachmittag die St.
Cäcilia-Kirche erfahren, und mehr als hundert Gäste aus der weiteren Umgebung der
Schlossstadt zeigten großes Interesse an dem Konzept. Nach dem Auftakt der Reihe
Heilige Räume in Dietzenbach luden die evangelische Erwachsenenbildung
Dreieich und Rodgau, das katholische Bildungswerk Südhessen und die Kreisvolkshochschule
Offenbach in die Balthasar-Neumann-Kirche ein.
Herbert Margraf, Vorsitzender des Fördervereins von St. Cäcilia, lud die Besucher ein,
das Gotteshaus zunächst von außen und auf eigene Faust zu erforschen. Unter
königsblauem Himmel wandelte die Menge auf dem Rundweg, bewunderte Wandreliefs,
historische Inschriften und Kreuze auf dem ehemaligen Friedhof. Der Leiter der
Veranstaltung wies darauf hin, dass bis zum 16. Jahrhundert eine gotische Kapelle am
selben Platz stand und erst von den Schönborns durch das prächtige Bauwerk ersetzt
wurde. Nach dem frühen Tod ihres Manns Anselm forcierte Mariä Theresia von Schönborn
und Montfort den Bau einer angemessenen Kirche. Damals endete das Kaff von 500
Einwohnern am Torbau, erläuterte Margraf.
Auf einem schäbigen Feldweg gelangten Reisende zum Schloss, das als Viereck-Komplex nie
wie geplant fertiggestellt wurde. In dem Adelsgeschlecht, erzählte der frühere Lehrer,
sorgten die einen für die Karriere, die anderen für den Nachwuchs. Maria
Theresia zählte zur zweiten Kategorie und machte in der Verwandtschaft Gelder locker für
ihr Projekt in Heusenstamm. Wie der Baumeister Balthasar Neumann schickte der Würzburger
Fürstbischof auch Steine und Hölzer aus dem Frankenland den Main hinunter, mit
Pferdefuhrwerken wurde das Material an die Baustelle gekarrt. Selbst der gefragte
Kunstmaler Christoph Thomas Scheffler konnte für das Vorhaben gewonnen werden. Sein
Talent bewunderte die Schar im Inneren: Mit in den Nacken gelegten Köpfen folgte sie den
Ausführungen des Kenners, sahen, dass Scheffler es verstand, die filigranen
Deckengemälde aus der Perspektive des Betrachters auszugestalten. Mit Szenen von der
Auferweckung des Lazarus und der Auferstehüng Jesu als Vierungsbild, begrenzt von
Stuckmarmor-Säulen, ergeben sich den Vorstellungen der Bauherrin gemäß
hoffnungsfrohe Bilder.
Pfarrer Thomas Knedelhans lässt sich von ihnen oft inspirieren und schätzt den
Überblick über seine Schäfchen in dem offenen Kirchenschiff.
Zwischen Rundgängen und Erklärungen bereicherte Herbert Turba die Eindrücke mit
Orgelwerken; Weihrauch verströmte vor dem Altar.
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Auch der Pfarrer lässt sich vom
"Blick zum Himmel" inspirieren
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| Die Deckengemälde in St. Cäcilia bieten
auch den Kindern während der Gottesdienste Abwechslung, argumentierte Pfarrer Knedelhans
für die prunkvolle Ausstattung durch Maria Theresia. |
Auf Entdeckungsreise rund
um die Balthasar-Neumann-Kirche: Herbert Margraf forderte die Besucher auf, zunächst
selbst die Außen- und Innenräume zu erkunden. |
Fotos: Michael
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Mitteilung vom:
erschienen in: |
19.02.2002
Offenbach Post |
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