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Stand 21. Febr. 2002

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Mehr als Hundert hatten “Bock auf Barock” rund um St. Cäcilia

Balthasar-Neumann-Kirche: Interesse an Bildungsreihe mit “Heiligen Räumen”

Heusenstamm (M.) • Mit allen Sinnen ließ sich am Samstagnachmittag die St. Cäcilia-Kirche erfahren, und mehr als hundert Gäste aus der weiteren Umgebung der Schlossstadt zeigten großes Interesse an dem Konzept. Nach dem Auftakt der Reihe “Heilige Räume” in Dietzenbach luden die evangelische Erwachsenenbildung Dreieich und Rodgau, das katholische Bildungswerk Südhessen und die Kreisvolkshochschule Offenbach in die Balthasar-Neumann-Kirche ein.
Herbert Margraf, Vorsitzender des Fördervereins von St. Cäcilia, lud die Besucher ein, das Gotteshaus zunächst von außen und auf eigene Faust zu erforschen. Unter königsblauem Himmel wandelte die Menge auf dem Rundweg, bewunderte Wandreliefs, historische Inschriften und Kreuze auf dem ehemaligen Friedhof. Der Leiter der Veranstaltung wies darauf hin, dass bis zum 16. Jahrhundert eine gotische Kapelle am selben Platz stand und erst von den Schönborns durch das prächtige Bauwerk ersetzt wurde. Nach dem frühen Tod ihres Manns Anselm forcierte Mariä Theresia von Schönborn und Montfort den Bau einer angemessenen Kirche. “Damals endete das Kaff von 500 Einwohnern am Torbau”, erläuterte Margraf.
Auf einem schäbigen Feldweg gelangten Reisende zum Schloss, das als Viereck-Komplex nie wie geplant fertiggestellt wurde. In dem Adelsgeschlecht, erzählte der frühere Lehrer, “sorgten die einen für die Karriere, die anderen für den Nachwuchs”. Maria Theresia zählte zur zweiten Kategorie und machte in der Verwandtschaft Gelder locker für ihr Projekt in Heusenstamm. Wie der Baumeister Balthasar Neumann schickte der Würzburger Fürstbischof auch Steine und Hölzer aus dem Frankenland den Main hinunter, mit Pferdefuhrwerken wurde das Material an die Baustelle gekarrt. Selbst der gefragte Kunstmaler Christoph Thomas Scheffler konnte für das Vorhaben gewonnen werden. Sein Talent bewunderte die Schar im Inneren: Mit in den Nacken gelegten Köpfen folgte sie den Ausführungen des Kenners, sahen, dass Scheffler es verstand, die filigranen Deckengemälde aus der Perspektive des Betrachters auszugestalten. Mit Szenen von der Auferweckung des Lazarus und der Auferstehüng Jesu als Vierungsbild, begrenzt von Stuckmarmor-Säulen, ergeben sich den Vorstellungen der Bauherrin gemäß “hoffnungsfrohe Bilder”.
Pfarrer Thomas Knedelhans lässt sich von ihnen oft inspirieren und schätzt den “Überblick über seine Schäfchen” in dem offenen Kirchenschiff.
Zwischen Rundgängen und Erklärungen bereicherte Herbert Turba die Eindrücke mit Orgelwerken; Weihrauch verströmte vor dem Altar.

Auch der Pfarrer lässt sich vom "Blick zum Himmel" inspirieren

Die Deckengemälde in St. Cäcilia bieten auch den Kindern während der Gottesdienste Abwechslung, argumentierte Pfarrer Knedelhans für die prunkvolle Ausstattung durch Maria Theresia.

Auf Entdeckungsreise rund um die Balthasar-Neumann-Kirche: Herbert Margraf forderte die Besucher auf, zunächst selbst die Außen- und Innenräume zu erkunden.

Fotos: Michael

Mitteilung vom:
erschienen in:

19.02.2002
Offenbach Post


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