Maria und Johannes kehren zurück
Kreuzigungsgruppe hinter St. Cäcilia wird
restauriert / Originale in Maria Himmelskron sollen Modell stehen
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Heusenstamm (mcr) Als der St. Cäcilia-Kaplan Hofmeister im Jahr 1959 als Pfarrer
in die Gemeinde Maria Himmelskron wechselte, nahm er ein besonderes Geschenk mit.
Eine sinnvolle Verbindung zur Muttergemeinde, so hat es Herbert Margraf in den
Akten nachgelesen. Die einst auf dem die Cäcilia-Kirche umgebenden Friedhof beheimatete
Kreuzigungsgruppe aus rotem Sandstein soll nun an ihren Ursprungsort zurückkehren.
Allerdings nur als Kopie. Die Originale behalten ihren angestammten Platz im
Himmelskron-Chor. Hinter St. Cäcilia wird gerade der Außenaltar für die Figuren Marias
und Johannes und das Kreuz fachmännisch restauriert.
Margraf, Macher im Förderverein der St. Cäcilia-Gemeinde, ist mit den historischen
Details des Kirchenstandortes an der Schloßstraße bestens vertraut. Schon in der
Zeit, als hier noch eine baufällige gotische Kirche stand, ist im Umfeld der Friedhof
entstanden. Die Gotik musste der schönbornschen Liebe zum Barock. weichen; der
Baumeister Balthasar Neumann erschuf die St. Cäcilia-Kirche.
Dieser Umstand erklärt, dass der Mensa genannte Außenaltar einige Jahrzehnte älter ist
als die Pfarrkirche selbst. Die Jahreszahl 1709 ist unter der Inschrift Aus der
Tiefe ruf ich zu dir oh Herr, mach auf die Himmelstür, wasche die Seelen von Sündern
rein, führ sie ein zum ewigen Schein aus der Frontplatte des roten
Sandstein-Blocks heraus gemeißelt. Es ist zu vermuten, dass der Stein im Laufe der
Jahrhunderte mehrfach mit herrlicheren Farben überstrichen war; die Steinrestauratoren
Richard Löbig und Martin Stein haben bei der Reinigung in den vergangenen Tagen Farbreste
in weiß und grün entdeckt.
Mit der fachmännischen Putzaktion ist es nicht getan. Die Seitenplatten waren vom Zahn
der Zeit demaßen angenagt, dass sie komplett ersetzt werden mussten. Sobald sich der
Frühling durchsetzt, kann die Front mit speziellen Flüssigkeiten verfestigt werden.
Die zugehörigen Heiligenfiguren und das Kreuz müssen komplett nachempfunden werden.
Entweder als Abguss der in der Himmelskron-Kirche an prominenter Stelle platzierten, aber
ebenfalls von den Jahrhunderten beschädigten Originale, oder als exakte Kopie, für die
ebenfalls Richard Löbig den Auftrag erhofft. Letztere Alternative wäre exakter, schöner
und haltbarer, aber eben auch etwas teurer, wägt Margraf ab.
Wie nahe die Repliken am Original sein werden - beispielsweise der Faltenwurf der Figuren
- hängt auch davon ab, ob sich weitere Bilder der Kreuzigungsgruppe im Zustand vor
dem Umzug finden. Bisher existiert nur eine Fotografie, die beweist, dass einige Details
verwittert sind. Zusätzliches Material nimmt Margraf (06104/28 46) gerne.
Am Ende wird das Ensemble weithin sichtbar sein und selbst die erhöhte Umfriedung des
Geländes weit überragen. Die Figuren sind jeweils 1,40 Meter hoch, das Kreuz mit Jesus
stolze 3,50 Meter.
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Fotos: Marcus Reinsch
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| Der Kultur- und
Spendenfreude der Heusentammer ist es zu verdanken, dass die restauratorischen Bemühungen
des St. Cäcilia-Fördervereins fruchten. 38000 Mark kamen im vergangenen Jahr zusammen.
Aber es bleibt ja auch noch genug zu tun. Aktuell ist die Kreuzigungsgruppe hinter der
Kirche an der Reihe. Möglicherweise wird es dort künftig auch eine Möglichkeit geben,
Kerzen anzuzünden. Dem Rest des Umfeldes wurde per Gartengestaltung wieder der Charakter
eines Gräberfeldes verliehen; immerhin begrub die Gemeinde dort über Jahrhunderte hinweg
ihre Toten. Bei den Arbeiten wurden Knochen gefunden und wieder bestattet. Nur die
gräfliche Familie wurde in der Kypta beigesetzt. |
Mitteilung vom:
erschienen in: |
22.03.2002
Offenbach Post |
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