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Stand 22. März 2002

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Maria und Johannes kehren zurück

Kreuzigungsgruppe hinter St. Cäcilia wird restauriert / Originale in Maria Himmelskron sollen Modell stehen

Heusenstamm (mcr) • Als der St. Cäcilia-Kaplan Hofmeister im Jahr 1959 als Pfarrer in die Gemeinde Maria Himmelskron wechselte, nahm er ein besonderes Geschenk mit. “Eine sinnvolle Verbindung zur Muttergemeinde”, so hat es Herbert Margraf in den Akten nachgelesen. Die einst auf dem die Cäcilia-Kirche umgebenden Friedhof beheimatete Kreuzigungsgruppe aus rotem Sandstein soll nun an ihren Ursprungsort zurückkehren. Allerdings nur als Kopie. Die Originale behalten ihren angestammten Platz im Himmelskron-Chor. Hinter St. Cäcilia wird gerade der Außenaltar für die Figuren Marias und Johannes und das Kreuz fachmännisch restauriert.
Margraf, Macher im Förderverein der St. Cäcilia-Gemeinde, ist mit den historischen Details des Kirchenstandortes an der Schloßstraße bestens vertraut. “Schon in der Zeit, als hier noch eine baufällige gotische Kirche stand, ist im Umfeld der Friedhof entstanden. Die Gotik musste der schönborn‘schen Liebe zum Barock. weichen; der Baumeister Balthasar Neumann erschuf die St. Cäcilia-Kirche.
Dieser Umstand erklärt, dass der Mensa genannte Außenaltar einige Jahrzehnte älter ist als die Pfarrkirche selbst. Die Jahreszahl 1709 ist unter der Inschrift “Aus der Tiefe ruf ich zu dir oh Herr, mach auf die Himmelstür, wasche die Seelen von Sündern rein, führ‘ sie ein zum ewigen Schein” aus der Frontplatte des roten Sandstein-Blocks heraus gemeißelt. Es ist zu vermuten, dass der Stein im Laufe der Jahrhunderte mehrfach mit herrlicheren Farben überstrichen war; die Steinrestauratoren Richard Löbig und Martin Stein haben bei der Reinigung in den vergangenen Tagen Farbreste in weiß und grün entdeckt.
Mit der fachmännischen Putzaktion ist es nicht getan. Die Seitenplatten waren vom Zahn der Zeit demaßen angenagt, dass sie komplett ersetzt werden mussten. Sobald sich der Frühling durchsetzt, kann die Front mit speziellen Flüssigkeiten verfestigt werden.
Die zugehörigen Heiligenfiguren und das Kreuz müssen komplett nachempfunden werden. Entweder als Abguss der in der Himmelskron-Kirche an prominenter Stelle platzierten, aber ebenfalls von den Jahrhunderten beschädigten Originale, oder als exakte Kopie, für die ebenfalls Richard Löbig den Auftrag erhofft. Letztere Alternative wäre exakter, schöner und haltbarer, aber eben auch etwas teurer, wägt Margraf ab.
Wie nahe die Repliken am Original sein werden - beispielsweise der Faltenwurf der Figuren -‚ hängt auch davon ab, ob sich weitere Bilder der Kreuzigungsgruppe im Zustand vor dem Umzug finden. Bisher existiert nur eine Fotografie, die beweist, dass einige Details verwittert sind. Zusätzliches Material nimmt Margraf (06104/28 46) gerne.
Am Ende wird das Ensemble weithin sichtbar sein und selbst die erhöhte Umfriedung des Geländes weit überragen. Die Figuren sind jeweils 1,40 Meter hoch, das Kreuz mit Jesus stolze 3,50 Meter.

Fotos: Marcus Reinsch

Der Kultur- und Spendenfreude der Heusentammer ist es zu verdanken, dass die restauratorischen Bemühungen des St. Cäcilia-Fördervereins fruchten. 38000 Mark kamen im vergangenen Jahr zusammen. Aber es bleibt ja auch noch genug zu tun. Aktuell ist die Kreuzigungsgruppe hinter der Kirche an der Reihe. Möglicherweise wird es dort künftig auch eine Möglichkeit geben, Kerzen anzuzünden. Dem Rest des Umfeldes wurde per Gartengestaltung wieder der Charakter eines Gräberfeldes verliehen; immerhin begrub die Gemeinde dort über Jahrhunderte hinweg ihre Toten. Bei den Arbeiten wurden Knochen gefunden und wieder bestattet. Nur die gräfliche Familie wurde in der Kypta beigesetzt.

Mitteilung vom:
erschienen in:

22.03.2002
Offenbach Post


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