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Stand 24. Mai 2002

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Unermüdliche Helfer
Kolpingsfamilie Heusenstamm engagiert sich weiter in Eritrea

Heusenstamm (Schi) Die Kolpingsfamilie Heusenstamm hat in der vergangenen Woche den elften Container mit Hilfsgütern in Richtung Eritrea auf den Weg gebracht. Der im März diesen Jahres zusammengestellte zehnte Container ist nach Auskunft der Kapuziner-Schwestern ohne Probleme gut angekommen.
Der Inhalt der beiden Schiffs-Container deckt ein großes Spektrum an Hilfe ab. So erhalten die beiden Krankenhäuser in Enghela und Feledareb 200 Pakete mit Verbandsmaterial sowie Spritzen, komplett ausgestattete Betten mit viel zusätzlicher Bettwäsche und Wolldecken, Untersuchungsliegen, Roll-/Krankenstühle und auch Krücken. Im bereits in Eritrea angekommenen Container waren außerdem dringend benötigte Medikamente im Wert von 13.000 Euro.
Für die vier von den Schwestern unterhaltenen Ausbildungszentren für Kriegswitwen waren die 20 Nähmaschinen, ein Webstuhl, eine Hand­strickmaschine und viele Pakete mit Stoffen, Wolle und Nähbedarf bestimmt. Die Mehrzahl der von den Kolpingern in den vergangenen Wochen gepackten 600 Pakete enthielt die von zahllosen Menschen in Heusenstamm, der Stadt Offenbach und dem Landkreis gespendete Kleidung, Schuhe, Handtücher und auch Plüschtiere, für das Flüchtlingslager in “Endab Stifanos”. Das bisher nur wenige Kilometer vom Krankenhaus in Enghela entfernte und in den letzten drei Jahren von der Kolpingsfamilie Heusenstamm unterstützte Lager “Deda” wurde aufgelöst. Die dort zunächst untergebrachten 4.000 Flüchtlinge wurden näher zur äthiopischen Grenze “verlagert”. Die Gesamtzahl der Flüchtlinge, die meist nur in Zelten oder provisorisch hergerichteten Hütten leben müssen, liegt nun bei 10.000, davon etwa 6.000 Kinder.
Wie ein Besuch im Oktober des vergangenen Jahres durch den Kolping-Beauftragten zeigte, ist die medizinische Versorgung katastrophal. Neben dem aus Heusenstamm geschickten großen Krankenzelt gibt es nur eine bescheidene Krankenstation (Raumgröße circa sechs Quadratmeter). Hier arbeitet ein von der Regierung beauftragter ehemaliger Kämpfer als “Arzt”. Dessen Ausbildung besteht darin, dass er im Feldlazarett den Ärzten zuschaute und Handreichungen ausführte. Das Krankenhaus von Enghela ist 35 Kilometer entfernt. Den Kranken bleibt nur der mehrstündige Fußweg oder Transport per Esel oder Kamel, was jedoch in akuten Fällen den Tod bedeutet. Und oft trifft es unterernährte Kinder.
Die Kolpingsfamilie hat aus diesem Anlass die Situation im Lager dokumentiert und um Hilfe beim Kindermissionswerk gebeten. Nun wurde dort positiv reagiert und der Kauf eines neuen Ambulanz-Fahrzeuges bewilligt. Bei den Kapuziner-Schwestern, die inzwischen die Versorgung der Kranken im Lager übernommen haben, löste diese Information große Freude aus. In diesem Telefongespräch wurde den Heusenstammern mitgeteilt, dass sich die Lage im Lager generell nicht gebessert und man mit der Verteilung der Spenden aus dem ersten Container begonnen habe. Der zuständige Lagerleiter wurde mit den Worten zitiert: “Alle haben uns hier schon vergessen und nur die Pakete aus Heusenstamm zeigen uns, dass es noch Menschen gibt, die an uns denken!”

Foto: op


Hilfe aus Heusenstamm: In dem von der Kolpingsfamilie unterstützen Flüchtlings­lager werden die dringend benötigten Dinge verteilt. Die Kolpinger haben bereits den elften Schiffscontainer mit Hilfsgütern auf den Weg gebracht.

Mitteilung vom:
erschienen in:

24.05.2002
Offenbach Post


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