Der heilige Bimbam
Cäcilia: Thomas Klumb |
Heusenstamm (M.)
Katholiken sind halt auch nur Menschen, wenns auch mitunter gar nicht danach
aussieht. Die Rembrücker erkannte Thomas Klumb so zum Beispiel als Diamanten des
Kreises Offenbach, die in der Regel nur mit Fassung getragen werden.
Erste Gelegenheit für einen Stoßseufzer. Heiliger Bimbam heißt das beim
Mainzer Kabarettisten, auch beruflich immer in der Reichweite von Weihrauch und Birett
beschäftigt.
Klumb sitzt beim Bischöflichen Ordinariat, offenbar ein fruchtbarer Boden für heitere
bis kritische Einstellungen gegenüber der Obrigkeit und Gepflogenheiten auf dem flachen
Land und den Weiten der Diözese. Wobei der kenntnisreiche Besucher im St.
Cäcilia-Pfarrheim nicht nur alte Witze im neuen Gewand erzählt. Stets beweist er mit
Büttentalent weitreichende Einblicke in die Situation der Gastgeber.
Die latente Konkurrenz zur Nachbarpfarrei ist freilich auch kein Geheimnis. Ihr Name
eignet sich prima für Sponsoring angesichts leerer Kassen: In aktualisierten
Kirchenliedern preise die Gemeinde nun den Weinbrand Maria Himmelskron oder Jakobs
Himmelskrönung. Ein rascher Aufstieg gelang dagegen Pfarrer Thomas Knedelhans - er deckte
als Stimme des Herrn komplizierte Formulierungen der gedankenlos vorgetragenen Fürbitten
auf.
Im fast voll besetzten Saal an der Schloßstraße räumte Klumb mit weiteren Irrläufern
des Glaubens auf: Der Kirchenbesuch an und für sich mache noch keinen Christen aus.
Man wird ja auch kein Auto, wenn man in die Garage geht. Fehlende Gläubige im
Gottesdienst lassen sich kaum von einem Seelsorger zurück gewinnen, der per Computer
CDRom ansteuert, so die Erkenntnis.
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Humor
mit Aussicht:

Der Christ ist freilich auch stets um seine Nachbarin
besorgt:
Wann geht sie, wann kommt sie?
Kenner Thomas Klumb betrachtet die katholische Kirche mit kritischem Unterton.
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Mitteilung vom:
erschienen in: |
12.11.2002
Offenbach Post |
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