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Stand 30. Juni 2003

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Nostalgie mit Virtuosen
World Chamber Orchestra in St. Cäcilia

Heusenstamm (schu) - Es ist eine Sache, begabte junge Musiker aus aller Welt zum Orchester zu vereinen, eine andere, daraus einen einheitlichen Klangkörper zu bilden. Dass dies dem rührigen Dietzenbacher Dirigenten und Festspielorganisator Uwe Berkemer gelungen ist, davon konnte sich das Publikum beim Orchesterkonzert in Heusenstamms St. Cäcilia überzeugen.


Die Mitglieder des von Berkemer erst voriges Jahr gegründeten und in mehreren Probenphasen zusammen arbeitenden World Chamber Orchestra schienen alle hoch motiviert und auch bei den meist bekannten Stücken noch von keiner Routine angekränkelt. Begegnungen über weite Räume hinweg gab es nicht nur bei den Spielern, sondern zeitlich gesehen auch bei den Werken des geschmackvoll zusammengestellten Programms. Da trafen sich Purcell und Britten, der eine Chaconne des Barockmeisters bearbeitet hat, Mozart mit Bach, dem er in "Adagio und Fuge c-moll" nacheiferte. Respighi ließ in seinen "Antiche Danze ed Arie per Liuto" das italienische Seicento wieder aufleben und Grieg begab sich mit seiner beliebten Suite op. 40 in Holbergs Zeit.
Bei aller Nostalgie war jeweils der modernere Meister stilistisch bestimmend, und so lockte auch Berkemer schon bei der "Chacony" viel Power, Emotion und grandiose Steigerungen beim Kammerorchester hervor.
Obwohl ein scharfes Timbre und ein erstaunlicher Vollklang auffallen, konnte das Streicherensemble auch mit empfindsamen, aufblühenden Tönen überzeugen. Erfrischend waren die durchweg sehr lebhaften Tempi, die auch aus abgenudelten Stücken wie dem Mozartschen Divertimento KV 138 und dem als Zugabe gespielten 1. Satz der "Kleinen Nachtmusik" ein neues Erlebnis machten. Schade nur, dass dem Allegro und dem Presto bei der Akustik des Kirchenraums solcher Marathon nicht gut bekam und man die zweifellos präzise ins Werk gesetzte Transparenz nur noch ahnte.
Intensität und große dynamische Differenzierungskunst ließen sich überall konstatieren. Höhepunkte waren Respighis Tanzsätze, in denen sich auch einzelne Instrumentengruppen profilierten. Das kecke Griegsche Rigaudon mit seinen gefühlvollen Mittelteilen war nicht das Ende dieses vom Kreis Offenbach gesponsorten Fördervereins-Konzerts. Die Gäste spendierten ihrem anhaltend applaudierenden Publikum großzügig zwei Zugaben und schlossen mit einem Satz aus Brittens "Simple Symphony".

Foto: p    [Bild vergrößern]

Virtuosen am Werk: Die jungen Mitglieder des erst im vorigen Jahr gegründeten World Chamber Orchestras lieferten in Heusenstamms St. Cäcilia-Akustik ein hoch motiviertes und geschmackvoll zusammengestelltes Konzerterlebnis ab.

Mitteilung vom:
erschienen in:

30.06.2003
Offenbach Post


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