Nostalgie mit Virtuosen
World Chamber Orchestra in St. Cäcilia |
Heusenstamm (schu) - Es ist eine Sache, begabte junge Musiker aus aller Welt zum Orchester
zu vereinen, eine andere, daraus einen einheitlichen Klangkörper zu bilden. Dass dies dem
rührigen Dietzenbacher Dirigenten und Festspielorganisator Uwe Berkemer gelungen ist,
davon konnte sich das Publikum beim Orchesterkonzert in Heusenstamms St. Cäcilia
überzeugen.
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Die Mitglieder des von Berkemer erst voriges Jahr gegründeten und in mehreren
Probenphasen zusammen arbeitenden World Chamber Orchestra schienen alle hoch motiviert und
auch bei den meist bekannten Stücken noch von keiner Routine angekränkelt. Begegnungen
über weite Räume hinweg gab es nicht nur bei den Spielern, sondern zeitlich gesehen auch
bei den Werken des geschmackvoll zusammengestellten Programms. Da trafen sich Purcell und
Britten, der eine Chaconne des Barockmeisters bearbeitet hat, Mozart mit Bach, dem er in
"Adagio und Fuge c-moll" nacheiferte. Respighi ließ in seinen "Antiche
Danze ed Arie per Liuto" das italienische Seicento wieder aufleben und Grieg begab
sich mit seiner beliebten Suite op. 40 in Holbergs Zeit.
Bei aller Nostalgie war jeweils der modernere Meister stilistisch bestimmend, und so
lockte auch Berkemer schon bei der "Chacony" viel Power, Emotion und grandiose
Steigerungen beim Kammerorchester hervor.
Obwohl ein scharfes Timbre und ein erstaunlicher Vollklang auffallen, konnte das
Streicherensemble auch mit empfindsamen, aufblühenden Tönen überzeugen. Erfrischend
waren die durchweg sehr lebhaften Tempi, die auch aus abgenudelten Stücken wie dem
Mozartschen Divertimento KV 138 und dem als Zugabe gespielten 1. Satz der "Kleinen
Nachtmusik" ein neues Erlebnis machten. Schade nur, dass dem Allegro und dem Presto
bei der Akustik des Kirchenraums solcher Marathon nicht gut bekam und man die zweifellos
präzise ins Werk gesetzte Transparenz nur noch ahnte.
Intensität und große dynamische Differenzierungskunst ließen sich überall
konstatieren. Höhepunkte waren Respighis Tanzsätze, in denen sich auch einzelne
Instrumentengruppen profilierten. Das kecke Griegsche Rigaudon mit seinen gefühlvollen
Mittelteilen war nicht das Ende dieses vom Kreis Offenbach gesponsorten
Fördervereins-Konzerts. Die Gäste spendierten ihrem anhaltend applaudierenden Publikum
großzügig zwei Zugaben und schlossen mit einem Satz aus Brittens "Simple
Symphony".
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Virtuosen am Werk: Die jungen Mitglieder des
erst im vorigen Jahr gegründeten World Chamber Orchestras lieferten in Heusenstamms St.
Cäcilia-Akustik ein hoch motiviertes und geschmackvoll zusammengestelltes Konzerterlebnis
ab.
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Mitteilung vom:
erschienen in: |
30.06.2003
Offenbach Post |
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