Die neue Seelsorge kommt im Zweier-Team
Pfarrer Anton Sauer und Pastoralreferentin Gabriele Panning übernehmen am nächsten
Montag St. Cäcilia und Mariä Opferung |
Von Marcus Reinsch
Heusenstamm Frankfurt-Harheim, kleiner Presse-Sturm aufs Pfarrbüro von St.
Jakobus. Im einen Zimmer der Offenbach-Post-Schreiber mit Pfarrer Anton Sauer und
Pastoralreferentin Gabriele Panning, die am Montag ihren Dienst an der Heusenstammer
Schlossstraße antreten werden. Im Raum nebenan der Kollege einer Frankfurter Zeitung beim
Willkommens-lnterview mit den Nachfolgern, Pfarrer Dr. Krzysztof Jan Niczyj und seine
Cousine Krystyna Kolacz. Zwei gehen, zwei kommen. Das ist längst nicht mehr
selbstverständlich, wenn sich heutzutage das priesterliche Personalkarussell dreht. Die
Diözese Mainz ist nicht unbedingt mit Nachwuchs im Überfluss gesegnet. Aber St.
Cäcilia, Heusenstamms vom häufigen Pfarrerwechsel der vergangenen Jahre gebeutelte
Gemeinde mit der hübschen Barock-Kirche, hat - nochmal - Glück gehabt.
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Glück ist natürlich eine Frage der Perspektive. Die Katholiken des Frankfurter
Stadtteils Harheim, der so wenig von einer Großstadt hat wie Heusenstamm, verdauen noch
die letzten Wellen des Schocks, der durch die Straßen lief, als sich die Nachricht von
der SeelsorgerEntscheidung wie ein Lauffeuer verbreitete. Der Herr Pfarrer Sauer
geht weg! Nach fast 25 Jahren. Und mit ihm die Pastoralreferentin.
25 Kilometer südlich, im katholischen Kern Heusenstamms, dasselbe. Nur eben andersrum.
Wer ist es, wann kommt er? Passt er zu uns? Wie lange bleibt er? Seit unsere Zeitung die
Internetadresse der Harheimer St. Jakobus-Gemeinde veröffentlichte, ist die Zahl der
Besucher dort spürbar gestiegen. Sauer und Panning haben für ihre Besuche nicht die
Daten-Autobahn, sondern die richtige benutzt. Im cäcilianischen Pfarrgemeinderat waren
sie zu Gast und im Verwaltungsrat. Mit Diakon Wolfgang Habdank, mit dem sie das
Seelsorger-Trio bilden werden, und Pfarrsekretärin Ulrike Werner gab es einen Team-Tag,
um Sympathien und Aufgaben ohne Druck abzuklopfen.
Die halbe Stunde Autobahn und Landstraße zwischen alter und neuer Wirkungsstätte werden
sie in den nächsten Wochen zwei Mal täglich fahren. Als Job-Pendler. Denn eine der ganz
profanen Fragen, die noch geklärt werden wollen, ist die nach dem Umzugstermin. Das
Pfarrhaus wird umgebaut. Doch Genehmigungen brauchen Zeit, also hat es Verzögerungen
gegeben.
Bisher hat jeder sein eigenes Reich. Pfarrer Sauer im Harheimer Pfarrhaus, Gabriele
Panning in Nieder-Erlenbach, wo die Harheimer Filial-Gemeinde Jesus Christus - der
gute Hirte« architektonisches Selbstbewusstsein zeigt (Ansichten auf
www.st-jakobus-harheim.de).
Das Schlossstadt-Domizil indes werden die beiden gemeinsam beziehen,
sozusagen, sagt Panning, eine christliche Kommune in zwei
Wohneinheiten, die Handwerker dem Pfarrhaus gerade abringen. Das altehrwürdige Gemäuer
aus dem 17. Jahrhundert fordert von seinen Bewohnern eine gesunde Fähigkeit zu
Kompromissen. Der Keller ist feucht und niedrig, taugt nicht als Stauraum. Der Dachboden
ist beachtlich, war bisher aber nur über eine Art Hühnerleiter zu
erklettern. Das ändert sich jetzt; der Verwaltungsrat der Cäcilianer ist auf die Idee
gekommen, das Haus durch eine neue Treppe und ein weiteres Zimmer substanziell
aufzuwerten.
Die Entscheidung, die Gemeinde zu wechseln, war für Sauer ein längerer Prozess.
Ich denke, die Menschen hier hätten es auch noch ausgehalten mit mir. Doch es sei
ja auch der Wunsch der Bischöfe, dass ein Pfarrer nicht sein Leben lang an einem Ort
bleibt, um Einseitigkeit zu verhindern. Man hört sich also um und man schaut sich
um. Erblickt hat der Pfarrer dabei die Stellenausschreibung für den vakanten Posten
in Heusenstamm - eine gewisse Herausforderung für mich und die Chance, Akzente in
der Seelsorge zu setzen, die bisher im Bereich meiner blinden Flecken
lagen. In einem Jahr hätte der heute 54-Jährige, auf dieser Welt seit 8. Mai '49,
diese Entscheidung vielleicht nicht mehr gewagt. Also jetzt.
Das Repertoire der vielen, freien Plätze wurde durch die selbst auferlegte Bedingung
eingegrenzt, den Wechsel entweder als Team oder gar nicht zu vollziehen. Gabriele Panning,
die zwei Jahre als Novizin in einem Kloster der Benediktinennnen lebte (Ein ganz
wichtiger Erfahrungsschatz) und 1992 die Jungfrauen-Weihe, eine Art
freiwilliges Pendant zum Zölibat, ablegte: Wir sind ein gutes Team, leben in einer
geistlichen Gemeinschaft, werden einen Haushalt führen.
Erwartungen? Dass es Schritt für Schritt vorwärts geht, selbstredend in der richtigen
Reihenfolge. Also langsam in alle Richtungen vortasten, Strukturen erkennen,
Erhaltenswertes beschützen, ohne Neuerungen von Vorneherein zubügeln. Offenheit und
Unvoreingenommenheit sollen zu den Tugenden zählen, sagt Sauer (Ich bin froh, dass
ich nicht alles weiß.), und alles immer eng am Glauben. Panning, geboren am 3.
Dezember '55 und seit drei Jahren in Harheim, möchte mit dem, was ich tue,
transparent sein und das auch hinterfragen lassen. Das erwarte ich auch von der
Gemeinde.
Der Einführungs-Gottesdienst beginn am Sonntag, 7. September, um 16 Uhr, in St. Cäcilia.
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Pfarrer Anton Sauer und Pastoralreferentin
Gabriele Panning werden gemeinsam mit Diakon Wolfgang Habdank das Seelsorge-Trio für St.
Cäcilia und die Rembrücker Gemeinde Mariä Opferung bilden. Am 7. September ist der
Einführungsgottesdienst.
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Trutzig, aber mit schlichtem Innenleben. Die
Harheimer St. Jakobus-Kirche. Die St. Cäcilia-Kirche hat dank Baumeister Balthasar
Neumann eher barocke Qualitäten zu bieten.
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Mitteilung vom:
erschienen in: |
28.08.2003
Offenbach Post |
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