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Stand 31. Aug. 2003

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Die neue Seelsorge kommt im Zweier-Team
Pfarrer Anton Sauer und Pastoralreferentin Gabriele Panning übernehmen am nächsten Montag St. Cäcilia und Mariä Opferung

Von Marcus Reinsch

Heusenstamm • Frankfurt-Harheim, kleiner Presse-Sturm aufs Pfarrbüro von St. Jakobus. Im einen Zimmer der Offenbach-Post-Schreiber mit Pfarrer Anton Sauer und Pastoralreferentin Gabriele Panning, die am Montag ihren Dienst an der Heusenstammer Schlossstraße antreten werden. Im Raum nebenan der Kollege einer Frankfurter Zeitung beim Willkommens-lnterview mit den Nachfolgern, Pfarrer Dr. Krzysztof Jan Niczyj und seine Cousine Krystyna Kolacz. Zwei gehen, zwei kommen. Das ist längst nicht mehr selbstverständlich, wenn sich heutzutage das priesterliche Personalkarussell dreht. Die Diözese Mainz ist nicht unbedingt mit Nachwuchs im Überfluss gesegnet. Aber St. Cäcilia, Heusenstamms vom häufigen Pfarrerwechsel der vergangenen Jahre gebeutelte Gemeinde mit der hübschen Barock-Kirche, hat - nochmal - Glück gehabt.

Glück ist natürlich eine Frage der Perspektive. Die Katholiken des Frankfurter Stadtteils Harheim, der so wenig von einer Großstadt hat wie Heusenstamm, verdauen noch die letzten Wellen des Schocks, der durch die Straßen lief, als sich die Nachricht von der Seelsorger­Entscheidung wie ein Lauffeuer verbreitete. “Der Herr Pfarrer Sauer geht weg!” Nach fast 25 Jahren. Und mit ihm die Pastoralreferentin.
25 Kilometer südlich, im katholischen Kern Heusenstamms, dasselbe. Nur eben andersrum. Wer ist es, wann kommt er? Passt er zu uns? Wie lange bleibt er? Seit unsere Zeitung die Internetadresse der Harheimer St. Jakobus-Gemeinde veröffentlichte, ist die Zahl der Besucher dort spürbar gestiegen. Sauer und Panning haben für ihre Besuche nicht die Daten-Autobahn, sondern die richtige benutzt. Im cäcilianischen Pfarrgemeinderat waren sie zu Gast und im Verwaltungsrat. Mit Diakon Wolfgang Habdank, mit dem sie das Seelsorger-Trio bilden werden, und Pfarrsekretärin Ulrike Werner gab es einen Team-Tag, um Sympathien und Aufgaben ohne Druck abzuklopfen.
Die halbe Stunde Autobahn und Landstraße zwischen alter und neuer Wirkungsstätte werden sie in den nächsten Wochen zwei Mal täglich fahren. Als Job-Pendler. Denn eine der ganz profanen Fragen, die noch geklärt werden wollen, ist die nach dem Umzugstermin. Das Pfarrhaus wird umgebaut. Doch Genehmigungen brauchen Zeit, also hat es Verzögerungen gegeben.
Bisher hat jeder sein eigenes Reich. Pfarrer Sauer im Harheimer Pfarrhaus, Gabriele Panning in Nieder-Erlenbach, wo die Harheimer Filial-Gemeinde “Jesus Christus - der gute Hirte« architektonisches Selbstbewusstsein zeigt (Ansichten auf www.st-jakobus-harheim.de).
Das Schlossstadt-Domizil indes werden die beiden gemeinsam beziehen, “sozusagen”, sagt Panning, “eine christliche Kommune” in zwei Wohneinheiten, die Handwerker dem Pfarrhaus gerade abringen. Das altehrwürdige Gemäuer aus dem 17. Jahrhundert fordert von seinen Bewohnern eine gesunde Fähigkeit zu Kompromissen. Der Keller ist feucht und niedrig, taugt nicht als Stauraum. Der Dachboden ist beachtlich, war bisher aber nur über eine Art “Hühnerleiter” zu erklettern. Das ändert sich jetzt; der Verwaltungsrat der Cäcilianer ist auf die Idee gekommen, das Haus durch eine neue Treppe und ein weiteres Zimmer substanziell aufzuwerten.
Die Entscheidung, die Gemeinde zu wechseln, war für Sauer “ein längerer Prozess. Ich denke, die Menschen hier hätten es auch noch ausgehalten mit mir.” Doch es sei ja auch der Wunsch der Bischöfe, dass ein Pfarrer nicht sein Leben lang an einem Ort bleibt, um Einseitigkeit zu verhindern. “Man hört sich also um und man schaut sich um.” Erblickt hat der Pfarrer dabei die Stellenausschreibung für den vakanten Posten in Heusenstamm - “eine gewisse Herausforderung für mich und die Chance, Akzente in der Seelsorge zu setzen, die bisher im Bereich meiner ‘blinden Flecken‘ lagen.” In einem Jahr hätte der heute 54-Jährige, auf dieser Welt seit 8. Mai '49, diese Entscheidung vielleicht nicht mehr gewagt. Also jetzt.
Das Repertoire der vielen, freien Plätze wurde durch die selbst auferlegte Bedingung eingegrenzt, den Wechsel entweder als Team oder gar nicht zu vollziehen. Gabriele Panning, die zwei Jahre als Novizin in einem Kloster der Benediktinennnen lebte (“Ein ganz wichtiger Erfahrungsschatz”) und 1992 die “Jungfrauen-Weihe”, eine Art freiwilliges Pendant zum Zölibat, ablegte: “Wir sind ein gutes Team, leben in einer geistlichen Gemeinschaft, werden einen Haushalt führen.”
Erwartungen? Dass es Schritt für Schritt vorwärts geht, selbstredend in der richtigen Reihenfolge. Also langsam in alle Richtungen vortasten, Strukturen erkennen, Erhaltenswertes beschützen, ohne Neuerungen von Vorneherein zubügeln. Offenheit und Unvoreingenommenheit sollen zu den Tugenden zählen, sagt Sauer (“Ich bin froh, dass ich nicht alles weiß.”), und alles immer eng am Glauben. Panning, geboren am 3. Dezember '55 und seit drei Jahren in Harheim, möchte “mit dem, was ich tue, transparent sein und das auch hinterfragen lassen. Das erwarte ich auch von der Gemeinde.”
Der Einführungs-Gottesdienst beginn am Sonntag, 7. September, um 16 Uhr, in St. Cäcilia.

Foto: Marcus Reinsch    [Bild vergrößern]

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Pfarrer Anton Sauer und Pastoralreferentin Gabriele Panning werden gemeinsam mit Diakon Wolfgang Habdank das Seelsorge-Trio für St. Cäcilia und die Rembrücker Gemeinde Mariä Opferung bilden. Am 7. September ist der Einführungsgottesdienst.

Trutzig, aber mit schlichtem Innenleben. Die Harheimer St. Jakobus-Kirche. Die St. Cäcilia-Kirche hat dank Baumeister Balthasar Neumann eher barocke Qualitäten zu bieten.

Mitteilung vom:
erschienen in:

28.08.2003
Offenbach Post


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