Heusenstamm (schu) • Orgel und Posaune bilden keine alltägliche Kombination. Der Heusenstammer Posaunist
Andreas Stein und der Offenbacher Organist Markus Wilke sind jedoch ein gut eingespieltes Duo.
Das bewiesen sie im Benefizkonzert des "Förderverein Balthasar Neumann-Kirche St. Cäcilia" zum
ersten Fastensonntag. Zu hören war ein abwechslungsreiches Programm vom Barock bis zur Moderne.
In der Bearbeitung einer f-moll-Sonate von Telemann und einer Tanzsuite des englischen Komponisten
Matthew Locke verstand es Wilke, die Orgel kontrastreich hell gegen das tiefe Blasinstrument abzusetzen.
Beide Instrumente verschmolzen hingegen zu einem satten französischen Klang im Duett für Posaune und
Orgel von Gustav Holst, des bei uns vor allem durch die "Planeten" bekannten Engländers.
Durch saubere Intonation und klare Phrasierung gefiel Steins Spiel auch in Oskar Frederik Lindbergs
"Gammal fäbodpsalm von Dalarna" und dem romantischen "Morceau Symphonique" von Alexandre Guilmant.
Die Klangpalette der Orgel kam solistisch zum Ausdruck in den fantasievollen Variationen der kleinen
Choralpartita "0 Jesu, all mein Leben" des tschechischen Kirchenmusikers Petr Eben.
Obwohl Teil einer Marienklage und die am engsten mit der Passion verbundene Komposition, war Rossinis
opernhaft gestaltete Arie "Cujus animam gementem" ("Ihre trauernde Seele") aus seiner Stabat
mater-Vertonung ein eher fröhlicher Abschluss. Zwischen den Musikstücken rezitierte Pastoralreferentin
Gabriele Panning sehr eindrucksvoll meditative Texte von Andreas Schwarz, Ulrich Schaffer und Dietrich
Bonhoeffer. Auch diesmal zeigten die fast voll besetzten Bankreihen, dass die Konzerte des Fördervereins
und speziell die Orgelkonzerte, verbunden mit besinnlichen Texten, ein beachtliches, treues
Stammpublikum haben.
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