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Stand 25. Jan. 2005

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Wofür die Cäcilianer baden gehen

Fastnachtssitzung in "Bad Heusenstamm": Kunterbunte Mischung aus bissigen Beiträgen und langen Beinen im Pfarrheim

Heusenstamm (M.) Cäcilia - der Name ist Programm. Die Patronin der Kirchenmusik wäre entzückt über den fröhlichen Klang aus der nach ihr benannten Pfarrei. Etwas irritiert wäre die gute Damen aus dem dritten Jahrhundert darüber, dass "ihre" Gemeinde am Wochenende mit Pauken und Trompeten baden ging. Das "Bad Heusenstamm" hat es den Narren angetan, wobei sie bis ins Pfarrheim die Kassen der Schlossstadt klingeln hörten. Dank sei Kuren, Massagen und Wellness-Angeboten.

Dass die Packung wirkt, beweise der Elferrat, deutete Protokoller Lothar Berninger zu Beginn der Fastnachtssitzung hinter sich. Da grinste eine schwarz-rote Koalition aus Glitzerkleid und Frack, selbst die Leitung der vierstündigen Anwendung teilten sich die Geschlechter. Nach Frank Neumann und Patricia Uhl führte mit Udo Swiatek (mit Sigrid Rebell) wohl zum ersten Mal ein Rembrücker das Regiment unterm Torbogen. Fein im Versmaß präsentierte das Duo eine bunte Schar von Wasserratten, die im Sammelbecken der Kurstadt auf Zeit planschten.
Protokoller Berninger sah gar den Kurpark schon, zumindest Ein- und Ausgang. Nur der Wald dazwischen gehöre eher den Hunden als lustwandelnden Spaziergängern. Auch mit den Kurärzten habe der Bürgermeister so seine Probleme. Mit dem belehrend-sabbelnden Tonfall von Literaturpapst Marcel Reich-Ranicki regte er sich auch über die "Jahrhundert-Baustelle" Fußgängerunterführung auf: Da sollen sich wohl die Kleingärtner die Radieschen von unten angucken! Oder die Stadt sucht Heilquellen ....
Sie finde sowieso nur alte Latrinen, die bestenfalls Heilschlamm hergäben, unkte Berninger. Auch im "Brennpunkt Bahnhofsviertel" braue sich was zusammen. Der Bürgermeister soll lieber "kleine Brötchen backen" und das Areal einfach Mariaplatz nennen. Das werde vielen ehrwürdigen Damen von der Schönbornschen Theresa bis zur "King-Mum" Jakoby gerecht. Und wie wär's dann mit einem Inge-van-Eck-Eck oder einem Schreiner-E-Wald?
Irritiert zeigte sich Berninger, dass St. Cäcilia der Pfarrer noch nicht weggelaufen ist. Na, mit seinem Gipsbein käme er auch nicht weit. Welcher Seelsorger künftig in der "Perle" hinter den Torbogen-Mauern die Messen liest, könnte beim Kirchenlauf entschieden werden. "Verloren" wirkte der Sternsinger, der "seine Truppe kurz vor Rembrücken verlassen" habe. Er brauche ein Jahr lang nicht mehr essen, so hätten sie sich auf der Frankfurter Straße durchgefressen, jammerte "Melchior" Björn Uhl. Er wurde wie alle Akteure mit einer Eintrittskarte fürs Bad zum Orden getröstet.
"Wellnessakrobatik" nach "Dr. Plafka und Professor Seidewitz" empfahlen die Kinder mit Einrad, Überschlägen und Pyramiden zu zirzensischen Rhythmen. "Masseur" Ewald Schreiner pökelte den "Rathauschef" unter weißen Leinen und verstand: "Wenn keiner baden geht, steht der Stadt das Wasser bis zum Hals". Gegen "verbale Diarrhoe", dem so genannten "Sprechdurchfall" der Politiker, die einem "das Ohr abbabbeln" bot der ehemalige Sitzungspräsident eine Massage der Lachmuskulatur.
"Schöne Männer mach' ich euch", lautete das Motto von "Schönheitsberaterin" Sigrid Rebell. Schließlich seien schicke Männer die beste Reklame für Heusenstamm. Heike Stadler und Czerney-Ott machten sich im gut besuchten Saal auf die Suche nach einem Kurschatten. Und lernten, dass ein Bierbauch nicht vom Bier herrührt: "Eure Orangenhaut kommt ja auch nicht von Orangen."
Peter Jakoby gefiel als dynamischer Kurdirektor. Dank Wiesenborn sei man jetzt "Weltbad" und richtig reich! Martinsee wird zum "internationalen Kurzentrum" - dort "duftet die Welt" auf hessisch, "un' alles wesche e bissche' Sand". Gemütlicher plauderte der humpelnde "Pfarrer Sauer" beim Frisör, ein eigenes Haarpflegemittel habe er ins Weihwasser gegeben und "Kurarzt Burk" möge doch Fett absaugen. Der "Bürgermeister" lobt den Geniestreich: "Seh ich erst aus wie die Chefin der Partei, ist der Weg nach oben frei!"
Die Jugendlichen um Jörg Wiegand gefielen mit Wort- und Rollenspiel auf der Bühne. Noch mehr Jugend hüpfte mit Brausen über der Birne über die Bühne. Die Mädchen versorgten als tanzende Krankenschwestern den "Verletzten" aus dem "Schmusecafé". Vom Messdienerrock in Pfarrers Soutane schlüpften Marcus Bumb, Hendrik van Eck und Christoph Heberer schon vor Jahren und begeisterten mit Frotzeleien zu bekannten Melodien.
Die karierten Clowns "Frank & Frank" texteten auf die Abba-Hits der 70er und warben zu "Seasons In The Sun" für die "rückstandsfrei abbaubare Kost" beim Bauer Wöhl.

Fotos: Michael     [zu den vergrößerten Bildern]


Mitteilung vom:
erschienen in:

25.01.2005
Offenbach Post


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