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Stand 17. Juni 2005

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St. Cäcilia im Würgegriff des Baugerüsts

Ende nächster Woche soll die Beseitigung der Wasserschäden beendet sein / Vielleicht gibt's auch ein neues Treppengeländer

Heusenstamm (mcr) • Hochzeitsfotos vor einer vom Baugerüst in den Würgegriff genommenen Kirche? Ein hartes Los. Doch die Ja-Sager der Region dürfen aufatmen. St. Cäcilia, wegen seiner barocken Qualitäten reizvoller als andere Gotteshäuser und bei einheimischen Paaren wie bei Heiratstouristen beliebt, wird bald wieder aus seinem Korsett befreit. Das Ende der Reparaturarbeiten naht.

Ums Einrüsten kam die Kirche vor zwei Wochen beim besten Willen nicht herum. Seit dem Abschluss der Rundum-Sanierung vor sieben Jahren rüttelte manch heftiger Sturm an dem Kleinod. Da mussten die Hausherren bald eine ganze Palette an Wasserschäden und Nebenwirkungen zur Kenntnis nehmen.
Beispielsweise an der Abdichtung zwischen der Schieferbedeckung des Daches und der so genannten Volute, einer Art dreieckiger Verzierung an der Fassade, die die Flammenvase trägt. Ein vier Zentimeter breiter Riss zog sich durch die Substanz, wurde breiter, der Putz begann zu bröckeln. Stürme fegten einige Schieferplatten vom Dach, zum Glück nur bis in die Regenrinne. Zudem ließen die Bleche, die auf der Volute als Schutz gedacht waren, das Wasser nach vorne laufen. Moos siedelte sich an, zog die Steinmetzarbeiten der Volute in Mitleidenschaft - höchste Zeit für Taten. "Wichtig ist es, die Schäden zu beseitigen, bevor das wirklich schlimm geworden ist. Eine Generalüberholung würde richtig viel Geld kosten", sagt Herbert Margraf für den Kirchen-Förderverein.
Noch sind die Reparaturen vergleichsweise billig zu haben. Jetzt werden "nur" einige tausend Euro für die Verfüllung der Risse, fürs Gerüst, für die Aufmöbelung des Daches und für die Malerarbeiten fällig. Schwierig ist es dabei, den richtigen Farbton zu treffen. Die Natur produziert im Lauf der Jahre Abtönungen und Schattierungen, die nicht "von der Stange" zu haben sind. Wenn weiterhin alles glatt läuft, können die Handwerker Ende nächster Woche Vollzug melden.
Das Ende der Fahnenstange ist die Reparatur in luftiger Höhe nicht. Der Förderverein hat den Blick gesenkt, tüftelt an einer Lösung für den Sockelbereich und das ebenfalls beschädigte Treppengeländer. Schon wird nach den Gottesdiensten an Samstag und Sonntagen auch für dieses Vorhaben gesammelt. Alles in allem werden die Sanierungen zum "Schutz des Bestands" wohl 10.000 Euro kosten.
So günstig geht's, weil die Feuerwehr ihre Drehleiter für die Besichtigung der Schäden zur Verfügung stellte und beispielsweise für den Austausch der Schieferplatten nochmals vorfahren soll.
Die Leiter wird für die Sockel- und Geländerarbeiten nicht gebraucht. Dafür aber "längere Zeit", weil bei der Frage, ob das alte Geländer repariert oder ein neues gekauft wird, auch die Denkmalpfleger des Bischöflichen Ordinariats in Mainz ein gewichtiges Wörtchen mitzureden haben.

Foto: mcr     [Bild vergrößern]


"Eine feste Burg ist unser Gott..." - die St. Cäcilia-Kirche indes kann nicht allen Stürmen ihres Lebens unbeschadet widerstehen. Ende nächster Woche soll die Reparatur aber abgeschlossen sein.

Mitteilung vom:
erschienen in:

09.06.2005
Offenbach Post


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