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Stand 26. Dez. 2005

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Heilige, Harfenklänge und Kampf mit dem Höllenheer

Motettenchor Frankfurt gastierte in der St. Cäcilia-Kirche

Heusenstamm (schu) • Etwas Außergewöhnliches hatte sich der Förderverein St. Cäcilia für den vierten Advent ausgedacht. Er lud den Motettenchor Frankfurt mit seinem Weihnachtsprogramm in die Balthasar-Neumann-Kirche, in dessen Zentrum der in Deutschland selten zu hörende Zyklus „A Ceremony of Carols" von Benjamin Britten stand. Das Werk entstand 1942 während der Atlantiküberfahrt Brittens aus amerikanischem Exil nach England. Die Weihnachtslieder stammen aus einer Anthologie von Texten aus dem 14. bis 16. Jahrhundert. Ursprünglich für Knabenstimmen bestimmt, wurde der Zyklus später für gemischten Chor umgeschrieben. Mit einer Fantasie über „Kommet ihr Hirten" eröffnete Karin Franke-Andre das Konzert. Danach zog wie bei einer mittelalterlichen Prozession der Motettenchor unter dem Gesang des gregorianischen Christvesper-Chorals „Hodie Christus natus est" in die Kirche ein. Marschartig begrüßte das erste mehrstimmige Lied die Weihnachtszeit, den Himmelskönig, alle Heiligen und die Märtyrer. Umspielt von Harfenklängen, wurde dann von Maria und vom Jesuskind gesungen, von der kalten Nacht der Geburt und von symbolträchtigen Wesen wie der Rose und der Nachtigall. Es gab Wiegenlieder, liebliche Tänze und das kleine Drama vom Kampf des himmlischen Kindes mit Satan und dem Höllenheer. Lebendig wechselte die Komposition zwischen Frauenstimmen, Tutti und Soli (Soprane: Anne Burkhard, Petra Fass), Unisono und fein ausgearbeiteter Kontrapunktik.
Vortrefflich mit der Musik abgestimmt waren die weihnachtlichen Texte, die Martin Wirsing jeweils zwischen mehreren Gesängen las. Der als Hessenstudio-Moderator bekannte Rezitator verstand mit Gedichten von Rilke, Hesse, Hebbel, Storni und mit Gedanken von Emile A. Chartier, Reinhold Schneider und Albert Einstein die Hörergemeinde zu bannen. Zum Schmunzeln brachten Wolfdietrich Schnurres Erinnerung an den geliehenen Weihnachtsbaum und Beatrice Schenk de Regniers herzerfrischende Geschichte von den „Pasteten im Schnee".
Gleichsam als A-cappella-Zwischenspiel fügte Chorleiter Thomas Hanelt eigene Kompositionen ein. Behutsam dem mittelalterlichen wie dem archaischen Britten-Stil angepasst waren seine Vertonungen der Antiphon „Veni, veni Emanuel", des Marienhymnus „Ave maris stella" und des Responsoriums der Christmette „O magnum mysterium", das der Abendmusik den Titel gab. Enthusiastischer Beifall für die künstlerischen Leistungen und die besinnliche Einstimmung auf Weihnachten

Foto: sim     [Bild vergrößern]


Der Motettenchor Frankfurt gastierte in der St. Cäcilia-Kirche in Heusenstamm mit seinem Weihnachtsprogramm.

Mitteilung vom:
erschienen in:

20.12.2005
Offenbach Post


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