Warum die Heilige Familie nicht wieder zurückkehrt
Selma Blettrups einsamer Kampf um die alten Krippenfiguren von St.Cäcilia
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Heusenstamm • Zugegeben, es gibt versöhnlichere Geschichten zum Fest der Liebe als den
einsamen Kampf von Selma Blettrup.
Aber es ist eine Geschichte, die nur an Weihnachten erzählt werden kann, die Zeit in
der sich die Menschen auf das besinnen, was ihnen wichtig ist.
Der Heusenstammerin Selma Blettrup sind die alten Krippenfiguren von St. Cäcilia wichtig.
Die zierten einst den Balthasar-Neumann-Bau an der Schloßstraße, stehen nun aber schon
seit einigen Jahren als so genannte Dauerleihgabe in der Offenbacher Marienschule.
Und das kam so: Vor einigen Jahren half Pfarrer Dr. Alexander Nawar, Seelsorger an der
Marienschule, in St. Cäcilia aus, als die Schäfchen der Kirchengemeinde mal wieder ohne
Priester auskommen mussten.
Um ihm am Ende für die Aushilfstätigkeit zu danken, beschloss der Verwaltungsrat von
St. Cäcilia mit Genehmigung des Pfarrgemeinderats, die alten Krippenfiguren mit nach
Offenbach zu geben, zumal im Heusenstammer Gotteshaus längst neue standen.
„Als in St.Cäcilia die neuen Figuren angeschafft wurden, versicherte mir der damalige
Pfarrer, die alten würden in der Pfarrei bleiben, um auch weiterhin an verschiedenen
Stellen ihre Verwendung zu finden", erzählt Selma Blettrup.
Als sie erfuhr, dass die Figuren, die vor allem ideellen Wert besitzen, in der
Marienschule stehen, begann ihr bislang erfolgloses Streiten für die Heilige Familie
in Holz: Eine von ihr initiierte Unterschriftensammlung sei kurzerhand untersagt worden
und selbst ihr Angebot an die Marienschule, 1500 Euro aus ihrer Privatschatulle für
die Krippenfiguren zu bezahlen, lehne die Schulleitung seit drei Jahren ab.
„Dabei wäre das eine für alle Parteien zufrieden stellende Lösung gewesen" findet Selma
Blettrup, die in St. Cäcilia zu jenen gehört, die für den Blumenschmuck zuständig sind.
Die Cäcilianer hätten ihre seit Generationen lieb gewonnenen Krippenfiguren
wiedergehabt, und die Marienschule könne für den Unterricht tauglichere Figuren
erwerben.
Marie Luise Trocholepczy, Leiterin der Marienschule in Offenbach, bestätigt, die
Angelegenheit sei eine „etwas unangenehme Sache".
Grundsätzlich seien die Figuren nach einem mittlerweile sogar nochmals bestätigten
Beschluss des Verwaltungsrats von St. Cäcilia eine Dauerleihgabe an die Mädchenschule,
so lange sie existiert, sagt die Schulleiterin.
Nach Rücksprache mit Pfarrer Anton Sauer sei ihr im Übrigen versichert worden, die
Kirche habe keine Verwendung mehr für die Figuren.
„Bei uns sind sie im Einsatz und können außerdem auch von Schülerinnen bewundert werden,
die aus Heusenstamm kommen", so Marie Luise Trocholepczy.
Wenn sich indes die Gremien von St. Cäcilia und Frau Blettrup einig seien, würde die
Schule die Figuren wieder zurückgeben.
Danach sieht es indes nicht aus: „Es gibt ein ganz klare Sachlage.
Die Krippenfiguren sind nach einem Beschluss des Verwaltungsrats eine Dauerleihgabe,
und Frau Blettrup kann nicht etwas einfordern, was ihr nicht gehört", so "Pfarrer
Anton Sauer, der darauf hinweist, das Thema komme alle Jahre wieder auf.
In der Marienschule hätten die Krippenfiguren eine sinnvolle Verwendung und man sehe
deshalb keinen Handlungsbedarf.
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Die Chancen stehen schlecht, dass die alten
Krippenfiguren von St.Cäcilia noch einmal zurückkommen werden.
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Mitteilung vom: erschienen in: |
24.12.2005 Offenbach Post |
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