Wie Heusenstamm zu seiner Kirche kam
Von Geldnöten, Todesfällen und Bauverzögerungen: Das Gotteshaus St. Cäcilia blickt auf eine lange Geschichte zurück
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Heusenstamm - Die Schlossstadt, der Ort an dem einst die Grafen von Schönborn residierten, eine geschichtsträchtige Stadt.
So mancher Bewohner ahnt nicht einmal, welche historischen Schätze sein Wohnort verbirgt. Diese Geheimnisse wollen wir lüften.
In loser Folge führt Herbert Margraf, Vorsitzender des Fördervereins St. Cäcilia und Zweiter Vorsitzender des Heimat und Geschichtsvereins,
unsere Leser auf eine Reise in die Vergangenheit, eine Reise in das historische Heusenstamm. Heute: der Bau der Barockkirche St. Cäcilia.
Seine Witwe Gräfin Maria Theresia kam im Jahr 1735, nachdem sie als Frau ihre Stellung in der Familie derer von Schönborn gefestigt hatte,
auf den Neubauplan zurück. Obwohl schon Steine aus dem gräflichen Steinbruch auf dem Hohen Berg im Gravenbrucher Wald gebrochen waren,
scheiterten ihre Pläne zunächst aus Geldmangel. Erst als sie die Brüder ihres verstorbenen Mannes von der Notwendigkeit einer standesgemäßen
Begräbnisstätte für deren Eltern und für die Linie Schönborn Heusenstamm überzeugen konnte, gewannen die Pläne Gestalt. "Undt da in diesser
kirch eine todten krufft und darin von dem gräflichen Hauß, Vader und Mutter, Oheim und mein Eheherr seel. mit zwei Söhnen beygestellt seind",
schreibt sie.
Ihr Schwager in Würzburg Friedrich Karl Fürstbischof von Würzburg beauftragte seinen Hofbaumeister Balthasar Neumann mit der Planung einer
neuen Kirche, stellte das nötige Bauholz zur Verfügung und 500 Reichstaler. Endlich war es soweit, die alte Dorfkirche konnte mit Hilfe der
Dorfbevölkerung am 8. April 1739 "von Grund hinweggerissen" werden. Balthasar Neumann kam höchstpersönlich nach Heusenstamm, um den Bauplatz abzustecken.
Die Gräfin und die Dorfbewohner gingen mit Feuereifer zu Werke. Am 11. April 1740 besucht Balthasar Neumann erneut Heusenstamm.
Er berichtet dem Fürstbischof Friedrich Karl zu Würzburg in einem Brief: "…. Hernach auf Hayßenstamm, wo ihre Excellenz die frau generalin
gegenwerdig, alwo die Kirchen nicht nur völlig gedeckt, sondern auch daß gewöhlm (Gewölb) fertig, undt mit einem rauen bewurf interim verbutzed,
welches nett undt sauber, daß Ihro Excellenz eine freyd daran haben, der thurm auch dieße wochen vom Zimmermann wirdt aufgeschlagen …."
Am 17. November 1740 schließen die Bauleute mit dem Aufsetzen des Kirchturmkopfes mit dem doppelarmigen Kreuz die Arbeiten am Außenbau ab.
In die Metallkugel unterhalb des Kreuzes wurde eine Kapsel aus Blei mit einer Urkunde eingelegt. In ihr schreibt die Gräfin voller Stolz,
dass der "…..Kirchbau nebst Turm innerhalb zweyer Sommer bei denen gleichwohl allerothen in und außer Deutschland schlechten und sehr teuren
Zeiten mit Gottes Hülf so weit zustand gebracht,….." Sieben Mal weilt Balthasar Neumann zwischen 1739 und 1742 in Heusenstamm.
Die Fassade seiner Kirche entspricht einem Schema, dass er in abgewandelter Form in einer Reihe von kleineren Landkirchen verwirklicht hat
und in größerer Form für den Fürstbischof Franz Georg von Schönborn in Trier (1734). Der Grundriss der Kirche ist kreuzförmig.
Zwischen Langhaus und Chor weitet ein Querschiff den Raum. Der Besucher erfasst den gesamten Innenraum und sein Blick wird durch die Gestaltung
nach vorne geführt, zum Mittelpunkt des Gotteshauses, zum Hochaltar.
Auch mit der Innenausstattung ging es zunächst zügig voran. Der Wandverputz und die Stuckverzierungen wurden angebracht und 1741 war die Kirche
durch den Maler Christoph Thomas Scheffler nach den Wünschen der Gräfin ausgemalt. Doch dann gab es erhebliche Verzögerungen. Als die Gräfin im
April 1751 mit 53 Jahren in Wien starb, war die Kirche immer noch nicht ganz vollendet. Erst am 19. September 1756 wurde sie durch den Mainzer
Weihbischof Christoph Nebel eingeweiht.
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hr Kirchturm ragt hoch über die Heusenstammer Altstadt: Die Barockkirche St. Cäcilia wurde als
Grabeskirche für die Grafen von Schönborn erbaut.
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Mitteilung vom: erschienen in: |
22.06.2007
Offenbach Post |
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