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Stand 28. Febr. 2001

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Was war es so schön, was war es so toll, Männer spielten fast gar keine Roll"

Bei "Weiberfastnacht" im Gemeindesaal St. Cäcilia war das schwache Geschlecht unter sich

Heusenstmm (har) -
"Ganz ohne Weiber geht die Schose nicht ..." - wer daran noch zweifelt, der hat die närrische Weiberfastnacht im Gemeindesaal St. Cäcilia nicht miterlebt! Schwer war es ja, Karten zu bekommen, denn der Andrang war ausgesprochen groß. Doch dann, als Frau sich in das bunte Treiben stürzen konnte, war kein Halten mehr. Ob jung, ob alt sie schunkelten, sangen, tanzten, buhten, schrien, applaudierten, stiegen auf die Stühle, lachten - kurz: sie unterhielten sich köstlich!
Alles war bunt: die Dekoration, die Kostüme, das Programm. Und wie Karnevalsprinz Heinz Hoos von den Funkekanönche ganz richtig bemerkte: "Was isses so schö, was isses so doll, wir Männer spiele heut' keine Roll'!"
Vor etwa zwei Jahren schien es, als ob die Heusenstammer Weiberfastnacht zu Ende gehen sollte. Da taten sich einige "Hexen" zusammen und kreiierten den Sechser-Rat: Christel Bötter, Irene Bohland, Petra Frickel, Regina Heidl, Ilonka Leis-Albrecht und Ruth Thon, alle beheimatet in den hiesigen Kirchenvereinen. Ihrem zielstrebigen Engagement ist es zu verdanken, dass die Heusenstammer Frauen nicht auf ihre Weiber-Fastnacht verzichten müssen.
Nun, so ganz waren die Männer dann doch nicht wegzudenken, denn sie übernahmen an diesem Abend den Ausschank, den Service und die Technik, und bestritten einen beachtlichen Teil der Show. Und was Frau und Mann angeht, da sprach das nach 17 Jahren Verlobungszeit nun endlich legitimierte Brautpaar (Ruth Thon/Selma Blettrup) eindeutig Tacheles: eben noch "himmelblau" verliebt, lieferte es sich im nächsten Moment eine deftige Auseinandersetzung, deren sprühend-beleidigende Wortschöpfungen im Guiness-Buch der Rekorde Einzug finden dürften.
Tanz und Musik, das waren die bewegtesten Momente im Programm: Vom eifrigen Mädchenballett St. Cäcilia (selbst einstudiert), über das schon fulminante Männerballett Disharmonie, dessen professioneller Schuhplattler sichtlich beeindruckte; den Fire-dream-dancer, die traumkörper-verhangen ihren Can-Can trippelten; dem "superstarken" Damenballett der Disharmonie, das mit seinem sexy Rock (im doppelten Sinn) und Twist die Publikumsherzen höher schlagen ließ; und die a capella-Tanz-Gruppe der Feuerjäger, deren innige und überzeugende Selbst-Darstellung ans Herz rührte und unweigerlich an die Enthüllungskomödie des Jahres "Ganz oder gar nicht!" erinnerte. In der Bütt leuchteten eine Frau und ein Mann (Regina Heidl/Regine Hüter) in einem bizarr-seicht-dummen Licht, das auch das in ironischer Selbsterkenntnis vorgebrachte lyrische Gedicht nicht intelligenter erstrahlen ließ. Ralf Rebel als "Mann für alle Fälle" - so herrlich von sich selbst überzeugt - zeichnete sich vor allem durch seine tumbe Unberechenbarkeit aus: selten machte er das, was man von ihm erwartete! Prinzessin Brigitte Jakoby erzählte mit Inbrunst, dass es auch hier "coole" Typen gibt. Und zwei Heusenstammerinnen (Ines Heberer/Jörg Fuhr) tratschten herrlich unbeschwert noch in der "Gaase-Gass" über die "viele Krankheite", "de Ärscher mit dem Riwwelkuche" und dem Heizkörper und der deutschen Grammatik.
Das animierte, ausgelassene Publikum dankte allen Beteiligten mit anhaltendem Applaus und lauten Zurufen nach "mehr": Diese Weiberfastnacht war Spitze!

Männer hatten bei der Weiberfastnacht keinen Zutritt, es sei denn als dienstbare Geister im Service oder als Programmgestalter.


Foto: Hargesheimer



Foto: Hargesheimer
Christel Bötter, Irene Bohland, Petra Frickel, Regina Heidl, Ilonka Leis-Albrecht und Ruth Thon ist die Weiberfastnacht in St. Cäcilia zu verdanken. Nachdem der Veranstaltung vor zwei Jahren das "Aus" drohte, brachte das Sextett frischen Schwung in die Weiberfastnacht. Mit großem Erfolg, wie allgemein festgestellt wurde.

Mitteilung vom:
erschienen in:

28.02.2001
Stadtpost Heusenstamm

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