Heusenstamm (pro) - Eingebettet in ein festliches Orgelkonzert wurde am Sonntagabend der
Zugang in die Krypta der St. Cäcilia-Kirche geöffnet. Anlass war die Fertigstellung der
Abdeckplatte für den Einstieg im Mittelgang nach dem Entwurf von Philipp Graf von
Schönborn - einem Nachfahre derer von Schönborn aus der böhmischen Linie.
Hiermit schließt sich der Kreis, spielte Pfarrgemeinderatsvorsitzende
Mechthild Schreiner auf die Verwandtschaft an, ist Gräfin Maria Theresia von Schönborn
die Stifterin der Balthasar-Neumann-Kirche. In der Gruft wurden noch zu ihren Lebzeiten
ihr Ehemann, dessen Eltern sowie die beiden früh verstorbenen Kinder beigesetzt. Maria
Theresia selbst starb l751 in Wien. Wegen des heißen Sommers war eine Überführung nach
Heusenstamm nicht möglich.
Allerdings wurde ihr Herz in einer Silberkapsel in die Heimat gebracht, informierte
Schreiner. Sie befürwortete es, sich angesichts der Kurzlebigkeit dieser Tage dem
Spannungsverhältnis zwischen Leben und Tod zu stellen. Krypta und Gotteshaus sollen
vergegenwärtigen, dass der Tod nicht das Ende ist und die Toten nicht vergessen werden.
Sie dankte dem Künstler, der auf ein Teil seines Honorars verzichtet habe. In kürzester
Zeit wurden am Wochenende der Boden gefliest und geputzt. Passend zu den Motiven der
Deckengemälde spielte Regionalkantor Thomas Gabriel passende Werke auf der Orgel, der
Erste Vorsitzende des Fördervereins, Herbert Margraf, gab Erläuterungen zu den
bildlichen Darstellungen von Tod und Auferstehung.
Die ineinander fließenden Linien erzeugten einen Eindruck unendlicher Weiten - Ausdruck
für die Sehnsucht nach Ewigkeit. In Anwesenheit des langjährigen Pfarrers von St.
Cäcilia, Dieter Ludwig, des Dekans Johannes Schmitt-Helfferich und weiterer Ehrengäste
öffnete Graf Schönborn die hydraulikunterstützte Metallplatte mit den angedeuteten
Buchstaben des Namens der Stifterin. Die Gläubigen in der Kirche erhielten dabei
Gelegenheit, die Gräber unterm Altarraum aufzusuchen.
Als nächstes Projekt soll die Außenanlage der Kirche mit dem Aufbau einer Kopie der
früheren Kreuzigungsgruppe gestaltet werden.
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