Farbige
Königin der Instrumente
Orgelkonzert des Fördervereins in St. Cäcilia mit Detlef Steffenhagen
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Heusenstamm (schu) - Ob manchem Musikliebhaber das Programm mit Mussorgskys Bildern
einer Ausstellung für die Kirchenorgel zu weltlich schien? Jedenfalls war beim
Konzert des Organisten Detlef Steffenhagen, zu dem der Förderverein
Balthasar-Neumann-Kirche St. Cäcilia eingeladen hatte, die Kirche nicht so voll, wie man
es bei diesem beliebten Künstler gewohnt ist. Dabei ist gegen einen
weltlichen Gebrauch der Königin der Instrumente und insbesondere die
Orgeltranskription virtuoser Musik nichts einzuwenden, hat doch Bach selbst durch seine
Bearbeitungen zeitgenössischer italienischer Konzerte dieses Verfahren geadelt.
Steffenhagen, früherer Organist an der barocken Johanniskirche in Frankfurt-Bornheim und
jetzt pädagogisch in Brasilien tätig, hat sich in der breiteren Öffentlichkeit vor
allem durch seine Orgelfassung von Vivaldis Vier Jahreszeiten einen Namen
gemacht. Mit den Bildern einer Ausstellung, ursprünglich für Klavier
geschrieben, hatte er sich wieder ein dankbares Sujet ausgesucht, denn die von den Bildern
des Malers Victor Hartmann inspirierten Sätze bieten für Fantasie und Technik eines
Organisten eine Fülle von Möglichkeiten zur klanglichen Entfaltung. So griff
Steffenhagen auch bei der Orgel von St. Cäcilia ins Volle und ließ durch seine
Klangkombinationen und Registerwechsel selbst Hörer staunen, die das Instrument gut
kennen. Ein ganzes Orchester samt Solisten schien die verschiedenen Szenen zu
interpretieren, selbst die verbindende Promenade war abwechslungsreich registriert.
Auch Bachs 3. Brandenburgisches Konzert stellte Steffenhagen in einer Orgelfassung vor.
Den nur rudimentär in Form von Überleitungsakkorden vorhandenen langsamen Satz baute er
nicht improvisatorisch aus, sondern widmete seine Aufmerksamkeit der virtuosen Darbietung
der schnellen Ecksätze. Der letzte Satz geriet so zu einem atemlosen Wettrennen der
fugierenden Stimmen, zumindest wohl nicht nach dem Geschmack eines jeden Bach-Freundes.
Außer der beliebten Bachschen Air aus der Ouvertüre Nr. 3 wurde ein Schmankerl von Louis
James Alfred Lefébure-Wély geboten, eines französischen Orgel-, Opern- und
Salonkomponisten des 19. Jahrhunderts. Seine Sortie zum Ausgang war ein
unterhaltsames Quodlibet aus populären Melodien, das sich seiner Verwandschaft zur
Drehorgelmusik nicht schämte. Zwei Zugaben aus Steffenhagens Vier
Jahreszeiten-Transkription rundeten das Konzert ab.
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Foto: Hampe
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Detlef Steffenhagen, in Brasilien lebender Organist aus Frankfurt, beherrscht die Orgel
meisterlich.
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Mitteilung vom:
erschienen in: |
31.10.2001
Stadtpost Heusenstamm |
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