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Stand 31. Okt. 2001

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Farbige Königin der Instrumente

Orgelkonzert des Fördervereins in St. Cäcilia mit Detlef Steffenhagen

Heusenstamm (schu) - Ob manchem Musikliebhaber das Programm mit Mussorgskys “Bildern einer Ausstellung” für die Kirchenorgel zu weltlich schien? Jedenfalls war beim Konzert des Organisten Detlef Steffenhagen, zu dem der Förderverein Balthasar-Neumann-Kirche St. Cäcilia eingeladen hatte, die Kirche nicht so voll, wie man es bei diesem beliebten Künstler gewohnt ist. Dabei ist gegen einen “weltlichen” Gebrauch der Königin der Instrumente und insbesondere die Orgeltranskription virtuoser Musik nichts einzuwenden, hat doch Bach selbst durch seine Bearbeitungen zeitgenössischer italienischer Konzerte dieses Verfahren geadelt.
Steffenhagen, früherer Organist an der barocken Johanniskirche in Frankfurt-Bornheim und jetzt pädagogisch in Brasilien tätig, hat sich in der breiteren Öffentlichkeit vor allem durch seine Orgelfassung von Vivaldis “Vier Jahreszeiten” einen Namen gemacht. Mit den “Bildern einer Ausstellung”, ursprünglich für Klavier geschrieben, hatte er sich wieder ein dankbares Sujet ausgesucht, denn die von den Bildern des Malers Victor Hartmann inspirierten Sätze bieten für Fantasie und Technik eines Organisten eine Fülle von Möglichkeiten zur klanglichen Entfaltung. So griff Steffenhagen auch bei der Orgel von St. Cäcilia ins Volle und ließ durch seine Klangkombinationen und Registerwechsel selbst Hörer staunen, die das Instrument gut kennen. Ein ganzes Orchester samt Solisten schien die verschiedenen Szenen zu interpretieren, selbst die verbindende Promenade war abwechslungsreich registriert.
Auch Bachs 3. Brandenburgisches Konzert stellte Steffenhagen in einer Orgelfassung vor. Den nur rudimentär in Form von Überleitungsakkorden vorhandenen langsamen Satz baute er nicht improvisatorisch aus, sondern widmete seine Aufmerksamkeit der virtuosen Darbietung der schnellen Ecksätze. Der letzte Satz geriet so zu einem atemlosen Wettrennen der fugierenden Stimmen, zumindest wohl nicht nach dem Geschmack eines jeden Bach-Freundes. Außer der beliebten Bachschen Air aus der Ouvertüre Nr. 3 wurde ein Schmankerl von Louis James Alfred Lefébure-Wély geboten, eines französischen Orgel-, Opern- und Salonkomponisten des 19. Jahrhunderts. Seine “Sortie” zum Ausgang war ein unterhaltsames Quodlibet aus populären Melodien, das sich seiner Verwandschaft zur Drehorgelmusik nicht schämte. Zwei Zugaben aus Steffenhagens “Vier Jahreszeiten”-Transkription rundeten das Konzert ab.


Foto: Hampe


Detlef Steffenhagen, in Brasilien lebender Organist aus Frankfurt, beherrscht die Orgel meisterlich.

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31.10.2001
Stadtpost Heusenstamm


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