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Stand 02. März 2002

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Steine und Holz vom Frankenland
St. Cäcilia: Bildungseinrichtungen öffnen gemeinsam "Heilige Räume"

Heusenstamm (pro) - Mit einem würzigen Weihrauchduft geschwängerte Wolken steigen durch zarte Sonnenstrahlen auf zum Jüngsten Gericht. Sanfte Orgelklänge begleiten mehr als 100 Interessierte auf ihrem Gang in Krypta und Sakristei, durch Kirchenschiff und Apsis von St. Cäcilia. Das Gotteshaus ließ sich kürzlich mit mehreren Sinnen erfahren, Auftakt der Reihe “Heilige Räume” von der evangelischen Erwachsenenbildung Dreieich und Rodgau, des katholischen Blldungswerks Südhessen und der Kreisvolkshochschule Offenbach. Herbert Margraf, Vorsitzender des Fördervereins St. Cäcilia, forderte die Besucher auf, das Bauwerk zunächst eigenständig von außen zu erforschen. Bei blauem Himmel spazierten die Interessierten aus der weiteren Umgebung der Schlossstadt auf dem Rundweg, bestaunten Wandreliefs, historische Inschriften und Kreuze auf dem einstigen Friedhof. Kirchenkenner Margraf informierte, dass bis zum 16. Jahrhundert eine kleine gotische Kapelle auf diesem Platz stand und erst von den Schönborns durch das heutige Wahrzeichen von Heusenstamm ersetzt wurde. Es war eine Folge des Todes ihres Ehemanns Anselm. Auch für ihre früh verstorbenen Kinder suchte Gräfin Maria Theresia von Schönborn und Montfort nach einer würdevollen letzten Ruhestätte. In dem Adelsgeschlecht, erzählte der frühere Lehrer, “sorgten die einen für die Karriere, die anderen für den Nachwuchs”. Maria Theresia zählte zur zweiten Kategorie und machte in der Verwandtschaft Geld locker. Neben dem seinerzeit sehr begehrten Baumeister Balthasar Neumann stellte der Würzburger Bischof Steine und Hölzer aus dem Frankenland zur Verfügung. Mit Pferdefuhrwerken kam das Material an die Baustelle. Selbst der gefragte Maler Christoph Thomas Scheffler konnte für das Vorhaben gewonnen werden. Sein Talent bewunderten die Gäste im Inneren: Beeindruckt saugten sie die Ausführungen des Kenners auf, sahen, dass Scheffler es verstand, die farbenfrohen Deckengemälde aus der Perspektive der Betrachter auszugestalten. Mit Szenen von der Auferweckung des Lazarus und der Auferstehung Jesu in einer Vierung zwischen Stuckmarmor-Säulen, ergaben sich den Vorstellungen der Bauherrin gemäß “hoffnungsfrohe Bilder”. Pfarrer Thomas Knedelhans lässt sich von ihnen oft inspirieren und schätzt darüber hinaus den “Überblick über seine Schäfchen”, den das Gebäude mit seinem offenen Kirchenschiff bietet. Zwischen den Rundgängen und Erklärungen bereicherte Herbert Turba erworbene Eindrücke mit Orgelwerken von Frescobaldi, Bach und Josef Rennes. Weiter geht es am 2. März in der evangelischen Kirche, am 16. März im Rembrücker Gotteshaus Mariä Opferung, am 13. April in der alten und neuen Friedhofkapelle auf dem Heusenstammer Friedhof schließlich am 27. April in Maria Himmelskron an der Marienstraße.


Foto: pro


Erste Station der Veranstaltungsreihe "Heilige Räume" war die Kirche St. Cäcilia.

Mitteilung vom:
erschienen in:

27.02.2002
Stadtpost Heusenstamm


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