Heusenstamm - "Heiliger Bimbam" - mit diesem Seufzer lässt sich fast jedes
Problem kommentieren. Auch in Kirchenkreisen ist das "Bimmeln" und der
"Bammel" allgegenwärtig, Geläut und Angst: "Erst alles an die große
Glocke hängen, dann Muffe haben", drückte Kabarettist Thomas Klumb eine viel
geübte Praxis in den Pfarreien aus. Der Mann muss es wissen, unter der Woche sitzt er im
Bischöflichen Ordinariät in Mainz, am Samstag stand er auf der Bühne im Pfarrheim St.
Cäcilia.
Klumb brannte ein gut sortiertes Feuerwerk an Pointen ab, die unter seinesgleichen stets
auf fruchtbaren Boden fallen. Selbst wenn er alte Kalauer nur in neuem Gewand
präsentiert, im fast voll besetzten Saal an der Schloßstraße konnte er selbst
einsilbige Wortspiele als Volltreffer verbuchen. Beispiel gefällig? - "Schwarz ist
die Farbe der Kleriker, weil die Unschuld weiß ist." Schwarz ist auch sein Humor,
mit dem er so manch' Peinlichkeit ins Licht rückte, die auch Christenmenschen befällt.
Allein der Kirchenbesuch mache noch keinen Katholiken aus. "Man wird ja auch kein
Auto, wenn man in die Garage geht." Und auch die Amtskirche kriegt ihr Fett weg.
"Rom ist an allem schuld" plappert Klumb nach, "die letzten, die sich
gegen Rom durchgesetzt haben waren Asterix und 0belix". Ein Blatt nimmt der Mainzer
nicht vor den Mund, höchstens eine Karteikarte. Die führt führt er für jeden
Mitbewohner, so lässt sich minutiös belegen, wann die attraktive Nachbarin das Haus
verlassen hat. Und vor allem, wann sie erst wieder heimkommt. . .
Die Geistlichkeit bekommt noch eins aufs Birrett, weil sie sich oft mehr in Verwaltung als
in Seelsorge übt. "Schon Petrus hat am Netz gearbeitet", spielt er auf die
Technikverliebtheit mancher Priester an, spricht von "letzter Abendmail" und vom
eifrigen "CD-Rom-Laufwerk" gen Vatikan. Live und ohne doppelten Boden stellte
der kritische Thomas sein "Gotteslob compact supralight" vor, von
frauenfeindlichen Kirchenliedern befreit und rundum aktualisiert.
Da besingt er wieder die leeren Bänke und baggert mit eindeutigen Texte Sponsoren an.
Prost mit dem Weinbrand Maria-Himmelscron und Jakobs Himmelskrönung für die schönsten
Stunden. Die Nachbarn brauchten für den Spott nicht zu sorgen, das Drittel evangelischer
Glaubensbrüder und -schwestern im Saal wurde da geradezu verschont. Ein rascher Aufstieg
gelang Gemeindepfarrer Thomas Knedelhans, er deckte als Stimme aus dem Himmel die
Missverständlichkeit gedankenlos vorgetragener Fürbitten auf. Vielleicht ists der
beste Weg zur Besserung, wenn man über die eigenen Schwächen lachen kann.
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