Pressemitteilungen

Stand 20. Nov. 2002

zurück zum Presseüberblick

An die große Glocke hängen und Muffe haben
"Heiliger Bimbam" gewährt Blick ins Pfarrei-Leben

Heusenstamm - "Heiliger Bimbam" - mit diesem Seufzer lässt sich fast jedes Problem kommentieren. Auch in Kirchenkreisen ist das "Bimmeln" und der "Bammel" allgegenwärtig, Geläut und Angst: "Erst alles an die große Glocke hängen, dann Muffe haben", drückte Kabarettist Thomas Klumb eine viel geübte Praxis in den Pfarreien aus. Der Mann muss es wissen, unter der Woche sitzt er im Bischöflichen Ordinariät in Mainz, am Samstag stand er auf der Bühne im Pfarrheim St. Cäcilia.
Klumb brannte ein gut sortiertes Feuerwerk an Pointen ab, die unter seinesgleichen stets auf fruchtbaren Boden fallen. Selbst wenn er alte Kalauer nur in neuem Gewand präsentiert, im fast voll besetzten Saal an der Schloßstraße konnte er selbst einsilbige Wortspiele als Volltreffer verbuchen. Beispiel gefällig? - "Schwarz ist die Farbe der Kleriker, weil die Unschuld weiß ist." Schwarz ist auch sein Humor, mit dem er so manch' Peinlichkeit ins Licht rückte, die auch Christenmenschen befällt.
Allein der Kirchenbesuch mache noch keinen Katholiken aus. "Man wird ja auch kein Auto, wenn man in die Garage geht." Und auch die Amtskirche kriegt ihr Fett weg. "Rom ist an allem schuld"‚ plappert Klumb nach, "die letzten, die sich gegen Rom durchgesetzt haben waren Asterix und 0belix". Ein Blatt nimmt der Mainzer nicht vor den Mund, höchstens eine Karteikarte. Die führt führt er für jeden Mitbewohner, so lässt sich minutiös belegen, wann die attraktive Nachbarin das Haus verlassen hat. Und vor allem, wann sie erst wieder heimkommt. . .
Die Geistlichkeit bekommt noch eins aufs Birrett, weil sie sich oft mehr in Verwaltung als in Seelsorge übt. "Schon Petrus hat am Netz gearbeitet", spielt er auf die Technikverliebtheit mancher Priester an, spricht von "letzter Abendmail" und vom eifrigen "CD-Rom-Laufwerk" gen Vatikan. Live und ohne doppelten Boden stellte der kritische Thomas sein "Gotteslob compact supralight" vor, von frauenfeindlichen Kirchenliedern befreit und rundum aktualisiert.
Da besingt er wieder die leeren Bänke und baggert mit eindeutigen Texte Sponsoren an. Prost mit dem Weinbrand Maria-Himmelscron und Jakobs Himmelskrönung für die schönsten Stunden. Die Nachbarn brauchten für den Spott nicht zu sorgen, das Drittel evangelischer Glaubensbrüder und -schwestern im Saal wurde da geradezu verschont. Ein rascher Aufstieg gelang Gemeindepfarrer Thomas Knedelhans, er deckte als Stimme aus dem Himmel die Missverständlichkeit gedankenlos vorgetragener Fürbitten auf. Vielleicht ist‘s der beste Weg zur Besserung, wenn man über die eigenen Schwächen lachen kann.

Foto: Michael Prochnow / Stadtpost Heusenstamm


Thomas Klumb zog in Heusenstamm alle Register seines Könnens und hatte die Lacher auf seiner Seite.

Mitteilung vom:
erschienen in:

20.11.2002
Stadtpost Heusenstamm


zurück zum Presseüberblick