Heusenstamm (schu) - Seine ersten Sporen als Tastenkünstler hat sich Andreas Hotz am
Adolf-Reichwein-Gymnasium verdient, wo er schon früh an Cembalo und Klavier seine
Begabung in Ensemble- und Solospiel bewies. Nun kehrte der Orgelstudent,
Lücker-Schüler und Cusanus-Stipendiat als mehrfach preisgekrönter Musiker nach
Heusenstamm zurück, um auf Einladung des Fördervereins Balthasar-Neumann-Kirche St.
Cäcilia die Konzertreihe des neuen Jahres einzuleiten.
In einem einfallsreich zusammengestellten Programm aus bekannten und seltener zu hörenden
Werken zeigte er außer solidem Können vor allem seine Kunst des Registrierens. Im
kontrapunktischen Gefüge von Johann Sebastian Bachs Präludium und Fuge G-Dur kamen
plastisch die einzelnen Stimmen zur Geltung, ebenso in dessen Orgeltranskription von
Vivaldis d-moll-Doppelkonzert. Zu einem Kabinettstück an Klangfarben-Raffinesse geriet
die A-Dur-Sonate des Bach-Sohns Carl Philipp Emmanuel. Auch Buxtehudes Choralvariationen
über Wie schön leuchtet der Morgenstern verstand Hotz farbig zu
registrieren. In Bachs Triosonate Es-Dur setzte er die Oberstimmen dialogisierend
gegeneinander und kontrastreich gegen das sehr tief registrierte Pedal ab. In
französisch-romantischer Klangfarbe erklangen die Hymnus-Bearbeitung Creator alme
siderum und das Prière des belgischen Komponisten Nicolas Jacques
Lemmens.
Die Benefizveranstaltung, deren Ertrag einer Kreuzigungsgruppe zugute kommen soll, erhielt
meditativen Charakter durch weihnachtlich geprägte Texte von Angelus Silesius, Hermann
Hesse und Nelson Mandela, gelesen von Sixta Thomas. Nach dem virtuosen Finale mit Bachs
Orgelkonzert BWV 598 bekam der Dietzenbacher Gast verdienten dankbaren Beifall von einem
zahlreich erschienenen Publikum.
Mit Bachs Bearbeitung des Adventsliedes Nun komm der Heiden Heiland als Zugabe
fügte auch Hotz das Konzert in den Festkreis von Advent und Weihnachten.
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