Heusenstamm (schu) - Mit Pauken- und Trompetenklängen zog schon am vierten Advent in St.
Cäcilia Weihnachten ein. Im Rahmen der FördervereinsKonzerte führten die Evangelische
Kantorei Heusenstamm, die Kantorei der Luthergemeinde Offenbach und die Jungen Sinfoniker
Hessen festliche Barockmusik auf.
Der Favoritchor, unterstützt von den Solisten, sang seine Partien sicher und zog den
großen Chor mit sich. Der Klangkontrast kam allerdings nicht genug zur Geltung.
Die Soli interpretierten Sigrun Haaser (Sopran), Gert Rixmann (Tenor) und Rainer Bittner
(Bass). Ein besonderer Genuss war die Oboenbegleitung durch Elke Heinrich und Sabine
Schumann, sowohl einzeln wie als Duo klangschön und exzellent aufeinander abgestimmt.
Graupners siebensätzige Solokantate zum dritten Weihnachtstag bekommt durch Trompetensoli
einen besonders glanzvollen Charakter. Die Sopranistin, zwar für Barockmusik zu
freigiebig mit Vibrato, jedoch gestalterisch überzeugend, wurde begleitet von den
Trompetenfanfaren Alexander Gröbs.
Ein tänzerisches und reich verziertes Violinsolo musizierte Christian Ferel, der auch das
beweglich, zuverlässig und stilsicher begleitende Orchester am ersten Pult führte.
Nicht zu vergessen Wolfgang Weyrich am Orgelpositiv, der das ganze Konzert hindurch für
treffliches Continuo sorgte.
Als Intermezzo führte eine Pastorale von Graupners Altersgenossen J. David Heinichen in
die Sphäre der Hirten, traditionsgemäß ein Zwiegesang der Geigen und des lieblichen
Oboenduos, unter Leitung von Gunhild Berck mit mäßiger Dynamik und leicht bewegt
musiziert.
Das Konzert gipfelte in den gewaltigen Klängen von Bachs Gloria-Kantate BWV 191, einer
Neubearbeitung von drei Gloria-Sätzen aus der h-moll-Messe. Als Ruhepol zwischen den
dramatischen Engelschören wirkte das von Sopranistin und Tenor gesungene und vom
Flötenklang warm gefärbte Duetto.
Chorleiterin Berck hatte ihren Chor im Griff. So arbeitete er sich beeindruckend gut durch
atemberaubende Koloraturen und Fugati, war aufmerksam bei Einsätzen und Tempowechseln und
hielt die vorgegebenen raschen, wenn auch der Raumakustik angepassten Tempi durch.
Selten war die Kirche so voll wie bei dieser Weihnachtsmusik. Das Publikum spendete
reichlich Beifall.
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