Eine neue alte Attraktion im Kirchgarten
Bei St. Cäcilia steht eine Kopie der alten Kreuzigungsgruppe von 1709 |
Heusenstamm (mcj) — Die beiden Steinmetze Richard Löbig aus Dieburg und Martin Stein aus Karlstein sind derzeit mit der
Sanierung der alten Epitaphien im Garten der katholischen Pfarrkirche St. Cäcilia beschäftigt. Es ist nicht die erste
Arbeit, die sie in dem ehemaligen Friedhof rund um die Kirche erledigen. Vor zwei Jahren hatten sie schon einmal an der
Balthasar-Neumann-Kirche zu tun, als sie eine Kopie der alten Kreuzigungsgruppe anfertigten.
Das Original wurde 1709 von einem unbekannten Künstler aus Sandstein angefertigt und stand auf einem massiven Sockel in
einer Ecke des Gartens von St. Cäcilia. Als Ende der Fünfzigerjahre die Zahl der Katholiken in der Schlossstadt so
stark gestiegen war, dass eine zweite Pfarrei eingerichtet wurde, war die Kreuzigungsgruppe ein Geschenk von St. Cäcilia
an die neue Gemeinde. In der Chronik von Maria Himmelskron von 1959/1960 steht geschrieben: "Ein besonderes Geschenk der
Pfarrei St. Cäcilia mit ihrem reichen historischen Hintergrund ist die Kreuzigungsgruppe über dem Hochaltar.
Sie war Pfarrer Hofmeister während seiner Tätigkeit als Kaplan aufgefallen und stand auf dem alten, um die Kirche von
St. Cäcilia gelegenen Friedhof."
Am Hochaltar von Maria Himmelskron hat sie noch heute ihren Platz. Doch nun fehlte sie im Kirchgarten von St. Cäcilia,
was lange Zeit aber nicht weiter bemerkt wurde - zu sehr verwittert war die Ecke mit dem Sandsteinsockel, dass die
fehlende Kreuzigungsgruppe aufgefallen wäre.
Doch vor zwei Jahren entschied sich der Förderverein von St. Cäcilia, eine Kopie der Kreuzigungsgruppe anfertigen zu
lassen. Die beiden Steinbildhauer Richard Löbig und Martin Stein erhielten den Auftrag im Wert von rund
15.000 Euro. Sie
legten den dicht eingewachsenen Steinsockel, die so genannte Mensa, frei und sanierten ihn vorsichtig. Anhand des
Originals von 1709 in Maria Himmelskron fertigten sie eine neue Kreuzigungsgruppe mit der lateinischen Kreuzinschrift,
die übersetzt lautet: "Sei gegrüßt, Kreuz der Frömmigkeit, 0 Führer in die Ewigkeit, frommes Licht der Gütigkeit,
Zeichen seiner Herrlichkeit".
Seit Sommer 2002 ist die Kopie der Kreuzigungsgruppe fertig gestellt und auf den ursprünglichen Platz in der hinteren
Ecke des Kirchfriedhofs zurück gekehrt. Die Mensa erstrahlt wieder in altem Glanz des Sandsteins, und das Kreuz streckt
sich in den Himmel empor.
Der kleine Platz davor ist ordentlich gepflastert. Nun folgen noch die Epitaphien, die Grabinschriften, die direkt an der
Kirchenmauer lehnen, damit der Kirchgarten von St. Cäcilia um eine weitere alte Attraktion bereichert wird.
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Herbert Margraf vom Förderverein der Balthasar-Neumann-Kirche St.
Cäcilia ist sehr stolz auf die Kopie der
alten Kreuzigungsgruppe, die seit Sommer 2002 wieder im Kirchgarten von St.
Cäcilia steht. Die beiden Steinbildhauer
Richard Lobig und Martin Stein (von links) fertigten die Kopie an. Heute sanieren sie die Epitaphien an der
Kirchenwand.
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Mitteilung vom:
erschienen in: |
17.03.2004
Stadtpost Heusenstamm |
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