Heusenstamm (schu) — Krönender Abschluss der ökumenischen Woche war die Nacht der Kirchen.
Offen für alle, luden Heusenstamms katholische und evangelische Gotteshäuser mit kurzen Andachten dazu ein, zu sich
selbst zu finden, anderen zu begegnen und einen Zugang zu Gott zu suchen.
Wer von Kirche zu Kirche pilgerte und nach der Eröffnung um 20 Uhr im Stundentakt an den Gottesdiensten teilnahm,
stellte fest, dass in jeder Gemeinde viel Fantasie und Mühe aufgewendet worden war, für Leib und Seele zu sorgen
und ihrer Nacht ein eigenes Gepräge zu geben.
In St. Cäcilia konnte man auf die Fülle ihrer Engel zurückgreifen.
Texte über "Engel als tägliche Begleiter, unsichtbar und doch präsent", las Sixta Thomas.
Das Thema wurde fortgesponnen durch Sacropop, gesungen von Teresa Berninger und auf dem Keyboard begleitet oder
solistisch gespielt von Arnold Senn.
Auf den Psalm "Singet dem Herrn ein neues Lied" bezog man sich in Rembrückens Mariä Opferung.
Hier gelang es der kleinen Band "No Name", Jung und Alt zum Mitsingen auch der rhythmisch vertracktesten
modernen "Gotteskindermenschenlieder" mit sich zu reißen.
Die Gotteskinder waren allerdings dankbar danach im Pfarrgarten die strapazierten Kehlen mit süffigem Rotem oder
Weißem benetzen zu dürfen.
Besonders stimmungsvoll, in Dunkel und Kerzenlicht, wurde man in Maria Himmelskron empfangen.
Hier durfte auch die Orgel, gespielt von Rene Frank, mit Bach und Pachelbel in Aktion treten.
Bei der "Reise durch die Welt der frohen Botschaft" kamen alle Sinne auf ihr Recht.
Zu zentralen Textstellen aus dem Alten und Neuen Testament wurden passende Naturbilder gezeigt.
Der Anfang des Johannesevangeliums in Spanisch, Griechisch, Hebräisch, Lateinisch, Englisch und Deutsch war der
Höhepunkt der Lesungen.
Schließlich wurden die Reisenden mit einem geheimnisvollen biblischen Getränk, Oliven und Bibelkuchen bewirtet.
Viele Teilnehmer waren sich ohne Absprache über die Route einig.
Zu singfreudigem Abschluss bei Kerzenschein fand man sich in der evangelischen Kirche zusammen.
Im Taize-Gottesdienst blieben Instrumente stumm, doch dank des klaren Anstimmens durch die Kantoristin Heike Graf
fand die Gemeinde stets den richtigen Ton.
Mit einem Segensgebet wurden um Mitternacht die evangelischen und katholischen Christen entlassen.
Einigkeit herrschte darüber, dass diese Kirchennacht wiederholt werden sollte.
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