Heusenstamm (mcj) - Gute Konzerte gibt es in Heusenstamm, zumal in der Katholischen Kirche St. Cäcilia, immer
wieder, aber Solisten von Weltrang treten in der Schlossstadt nur selten auf.
Die Konzertreihe Rhein-Main-Classic 2004 bot nun eine solche Gelegenheit, als beim einzigen Konzert im Kreis
Qffenbach der Flötist Ulrich Herkenhoff aufgetreten ist.
Er gilt als einer der weltbesten Interpreten auf der Panflöte, sogar als der
"beste nichtrumänische Panflötenvirtuose".
Herkenhoff trat zusammen mit dem Organisten Matthias Keller auf und bestritt eine Hälfte des Konzerts, abwechselnd
mit dem Süddeutschen Kammerchor.
Es war ein wahrhaft abwechslungsreiches Programm, das im Chor von den barocken Klängen der Bach-Motette
"Jesu meine
Freude" bis zur modernen "Chichester Mass" des erst 1998 verstorbenen
Komponisten William Albright reichte.
Größer hätte der Bogen sakraler Chorliteratur kaum gespannt werden können, aber das Publikum hieß die Abwechslung,
zumal auf so hohem Niveau vorgetragen willkommen.
Ob Bachsche Vielstimmigkeit oder moderne Atonalität, Dirigent Gerhard Jenemann hatte seinen Chor stets im Griff.
Abwechslungsreich, obgleich nicht so extrem, war auch der von Herkenhoff bestrittene Teil des sommerlichen Konzerts.
Der Flötist blies sein Instrument direkt neben der Orgel - von der Empore hüpften die
Töne in den Zuschauerraum
herab, reflektiert von der barocken Kirchendecke.
Der seltene Kontrast von Panflöte und Orgel, deren Kraft Keller gegenüber der Flöte bestens in Zaum hielt, machte
eine Besonderheit dieses Konzerts aus.
Doch obwohl die Orgel nicht gerade das klassische Begleitinstrument für Klänge vom Balkan ist, wie bei den
Improvisationen über rumänische Folklorethemen, ergänzten sich beide Instrumente geradezu ideal.
Dank Kellers leichtfüßigem Spiel auf der Orgel trieben sich beide Musiker gegenseitig voran, wobei Herkenhoff im
Wettlauf um Verspieltheit und Leichtigkeit natürlich die Nase vorn hatte.
Die Panflöte selbst war auf der anderen Seite schon exotisch genug.
Das Andante für Flöte C-Dur von Mozart bekam durch den weichen Klang, die beinahe gehauchten Töne der Panflöte
einen völlig anderen Klang als den gewohnten der Querflöte.
Das Publikum hat diese Interpretation offensichtlich begeistert, denn Herkenhoff bekam für sein Spiel - wie auch
der Chor - lang anhaltenden Applaus.
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