Psalmen und romantische Orgelmusik
Orgelkonzert des Fördervereins St. Cäcilia zum Sommer Ausklang
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Heusenstamm (schu) —
Auch wenn der Tremulant mit störrischem Klappern sich nicht in die Andacht schicken wollte - das Register gehört
nun einmal zur romantischen Musik.
Ihr galt diesmal das Benefizkonzert des Fördervereins St. Cäcilia, zu dem er den Hamburger Organisten Andreas
Fabienke eingeladen hatte.
Geistliche Texte zum 23. Psalm und Orgelwerke, die damit in Zusammenhang gebracht werden können, wechselten
miteinander.
Sixta Thomas stellte den Psalm in der Übersetzung Luthers und der Nachdichtung durch Arnold Stadler vor, wobei
deutlich wurde, dass im poetischen und religiösen Ausdruck der 500-jährige Text der modernen Annäherung haushoch
überlegen ist.
Vertont hat den Psalm vom guten Hirten Antonin Dvorak in seinen biblischen Liedern.
Fabienke trug drei dieser Gesänge in eigener Orgelbearbeitung vor, mit einer Steigerung von spartanischem Satz,
bis zu klanglicher Fülle.
Auch Rheinbergers Pastorale G-Dur fügte sich trefflich in die Sphäre des guten Hirten, und sein Präludio Es-Dur
wirkte wie ein nostalgischer Rückblick auf ältere Choral-Frömmigkeit.
Dem Psalmgesang stehen auch Mendelssohns Orgelsonaten nahe, die dieser für das Vorspiel auf seinen Konzertreisen
komponierte.
Die in vielen Stilelementen an ältere Tradition anknüpfenden Stücke verwenden den Choral (so
"Was mein Gott will,
das gescheh‘ allzeit") und andere Gesangsformen. Hörer in St. Paul‘s Cathedral, wo Mendelssohn seinerzeit
ebenfalls auftrat, mögen sich bei den spielerischen Echos der 1. Orgelsonate genießerisch an Händelsche
Orgelkonzerte und Concerti grossi erinnert gefühlt haben.
Auch der "Recitativo"-Satz bezieht sich auf solchen Stilkreis.
Das Werk bot Fabienke Gelegenheit zu kreativer, kontrastreicher Registrierung.
Wohltuend war die lebendige und dabei präzise, sich nicht falschem romantischem Rubato hingebende Spielweise des
Organisten.
Überzeugend vorgetragene Texte von Saint-Exupéry, Manfred Langner und Wilhelm Willms ergänzten die
musikalisch-literarische Psalm-Meditation.
Auch wenn Trompetenstöße, ein Choralthema oder ein Religioso-Cantabile stimmig zwischen Musik und Text vermitteln,
so erschien es doch wenig glücklich, die Satzfolge innerhalb der Sonaten zu unterbrechen, und sollte künftig
vermieden werden.
Die Orgelwerke hielten sich diesmal in besinnlichem Rahmen, erst im letzten Satz von Mendelssohns f-moll-Sonate
brach mit Chromatik, Arpeggien-Feuer und Pedalpassagen Virtuosität durch.
Das erfreulich zahlreiche Publikum ließ den Organisten nicht ohne Zugabe gehen, und der Hamburger Kantor zauberte
noch eine Improvisation über eines der beliebtesten barocken Marienlieder, die effektvoll mit einer Toccata endete.
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Mitteilung vom:
erschienen in: |
15.09.2004
Stadtpost Heusenstamm |
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