Atemberaubende Virtuosität und russische Schwermut
Konzert des Bajan-Duos Popolzin beim Förderverein St. Cäcilia |
Heusenstamm (schu) — Mit dem populären Schifferklavier hat das Konzertakkordeon wenig zu tun.
Wer das nicht wusste, dem wurde es beim Konzert des Bajan-Duos Irina und Vladimir Popolzin klar.
Das sibirische Ehepaar, als Virtuosen auf dem russischen Knopfakkordeon international angesehen und auch
in Heusenstamm nicht unbekannt, trat auf Einladung des Fördervereins in St. Cäcilia auf und gab Proben
seines breiten Repertoires, das klassische Transkriptionen, Eigenkompositionen, Folklore und Jazz umfasst.
Mit verblüffender Technik interpretierte Vladimir Popolzin a-moll-Präludium und Fuge von Bach.
Eindrucksvoll war nicht nur die atemberaubende Geschwindigkeit, mit der seine Finger über die Knöpfe glitten,
sondern auch die transparente Wiedergabe des Fugensatzes.
Eher verfremdet klang auf dem Zungeninstrument das berühmte Chaconne-Thema aus Bachs d-moll Partita, doch auch
hier verstand Popolzin die Variationen dynamisch und klanglich zu differenzieren.
Wie sensibel sich auf dem technischen Kasten romantische Musik interpretieren lässt, zeigte dann das Duo im
Zusammenspiel.
Man spürte geradezu den Flügelschlag der Engel, als die beiden dem Bajan eine beseelte, ganz verinnerlichte
Vokalise entlockten, wie das beliebte Rachmaninoff-Stück sonst nur von einer menschlichen Stimme wiedergegeben wird.
Neue Klangfarben entwickelten die Künstler in Popolzins Kompositionen.
Die Schwermut der "Russischen Ouvertüre", in dem "Winterabend" und der "Lagune" wich
rasch tänzerischen und stets virtuosen Episoden.
Irina Popolzin, die sich mit Charme und ansteckender Spielfreude von ihrem eher introvertierten Partner
unterscheidet, gab immer wieder ein graziöses Kontra, setzte kleine inspirierende Lichter auf.
In diesem Zwieklang der Temperamente und im intensiven Dialog konnte sich ein ideales Zusammenspiel entwickeln.
Immer gelöster wurde auch Viadimir Popolzin in seinem "Präludium und Allegro".
Dvoraks Humoreske, wörtlich genommen, erschien schwungvoll arrangiert im Jazzgewand.
Das nicht allzu zahlreiche Publikum war begeistert von diesem "Orgelkonzert en miniature" und
erklatschte sich eine Zugabe.
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dem Bild] |
Irina und Vladimir Popolzin erwiesen sich beim Konzert des
Fördervereins in der Kirche St. Cäcilia als Virtuosen auf dem Bajan,
dem russischen Knopfakkordeon.
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Mitteilung vom:
erschienen in: |
01.06.2005
Stadtpost Heusenstamm |
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